Willy Songtext - Konstantin Wecker

Mei, Willy, jetz wo i di so doliegn sich, so weit weg hinter dera Glasscheibn, genau oa Lebn zweit weg, da denk i ma doch, es hat wohl so kumma müaßn, i glaub oiwei, du hast as so wolln, Willy.

Ogfanga hat des ja alles 68, woaßt as no: Alle zwoa san ma mitglaffa für die Freiheit und fürn Friedn, mit große Augn, und plärrt habn ma: Bürger laßt das Glotzen sein, kommt herunter, reiht euch ein! Und du warst halt immer oan Dreh weiter wia mir, immer a bisserl wuider und a bisserl ehrlicher.

Mia habns eana zoagn wolln, Willy, und du hast ma damals scho gsagt: Freiheit, Wecker, Freiheit hoaßt koa Angst habn, vor neamands, aber san ma doch ehrlich, a bisserl a laus Gfühl habn ma doch damals scho ghabt, wega de ganzen Glätzen, die einfach mitglaffa san, weils aufgeht, wega de Sonntagnachmittagrevoluzzer: d´Freindin fotzen, wenns an andern oschaugt, aber über de bürgerliche Moral herziagn! Die gleichn, Willy, die jetzt ganz brav as Mei haltn, weils eana sonst naß nei geht! Und du hast damals scho gsagt, lang halt des ned, da is zvui Mode dabei, wenn scho die Schickeria ihrn Porsche gegan 2 CV umtauscht, dann muaß was faul sei an der großen Revolution, mitlaffa ohne Denken ko hofft ma guat sei, aa ned für a guate Sach.

Gestern habns an Willy daschlogn,
und heit, und heit, und heit werd a begrobn.



Halts Mei, Faschist!

Stad wars, knistert hats. Die Luft war wiara Wand. Zum Festhalten. Da hätt ma no geh kenna, Willy, aber na, i verstehs ja, du hast bleibn muäßn, und dann is losganga an de andern Tisch: Geh doch in d´Sowjetunion, Kommunist! Freili, Willy, da muaß ma narrisch werdn, wenns scho wieder soweit is, aber trotzdem, laßn geh, hab i gsagt, der schad doch neamands mehr, der oide Depp, nix, hast gsagt, alle schadens, de oiden und de junga Deppen, und dann hat der am Nebentisch plötzlich sei Glasl daschlogn, ganz ruhig, und is aufgstanden, Willy, du dumme Sau, i hab di bei da Joppen packt und wollt di rausziagn, obwohl i´s scho nimmer glaubt hab, und du hast di losgrissen: Freiheit, des hoaßt koa Angst habn vor neamands, und bist auf ean zua und nacha hat a halt auszogn... Willy, Willy, warn ma bloß weggfahrn in da Früah, i hätt di doch no braucht, wir alle brauchen doch solche, wia du oana bist!

Gestern habns an Willy daschlogn,
und heit, und heit, und heit werd a begrobn.


Videos
Video
Alle Musiktexte von Konstantin Wecker
Musikvideo Willy
weitere kostenlose Liedtexte von Konstantin Wecker
So a saudummer dog Heit is wieder so a Wetter Wo i wieder gor net woas Bin i Mannderl bin i Weiberl Fr...
Was ich an dir mag Was ich an dir mag ist unbeschreibbar ist ein ungeschriebenes Gedicht besser ich be...
Komm mein Lieb wir lassen uns den Fluss hinuntertreiben keiner weiss wohin das Ganze fuehrt Ganz...
hexeneinmaleins du musst verstehn aus eins mach zehn und zwei lass gehn und drei mach gleich so bist du r...
Mir san die Freistaatbuam und mir san mir Mir ham die Bayernpower und de ned wia Mir ham an Hillermeier und d...
Alles war geregelt Lief auf festen Gleisen Und ich wollte mir schon viel zu lang Nichts mehr beweisen Hab...
Allein Da waren doch so viele Tage Und sie verflogen im Nu Und jetzt bleibt die quaelende Frage Wozu Wozu nur die...
Ich lieb ich liebe dir Anna Blume Ich lieb ich liebe dir ich lieb ich liebe dir Anna Blume Oh Anna Blume ich l...
Annelies wir fahren heut ins Blaue sehn uns noch einmal Menschen an denn wenn ich das richtig ueberschaue sieht...
Wenn du mich morgen antriffst vielleicht unten am grossen Umschlagplatz der boesen Genies oder ...
Kommentare zum Songtext: "Willy"
Dein Kommentar: eingelogged als Gast
Werbung    17.05.2010