Ziggy Marley war zwei Jahrzehnte lang die treibende Kraft der dreimaligen Grammy-Gewinner the Melody Makers, zu denen auch sein Bruder Stephen und seine beiden Schwestern Sharon und Cedella gehören. Nun hat Ziggy Marley sein erstes Solo-Album Dragonfly aufgenommen, ein Werk von erstaunlicher Originalität und musikalischer Vielfalt. Niemals zufrieden mit den Erfolgen seiner Vergangenheit, erforscht Ziggy mit Dragonfly neues Terrain. Dabei ist auch ein neuer, unverwechselbarer Solokünstler Zig...
Ziggy Marley war zwei Jahrzehnte lang die treibende Kraft der dreimaligen Grammy-Gewinner the Melody Makers, zu denen auch sein Bruder Stephen und seine beiden Schwestern Sharon und Cedella gehören. Nun hat Ziggy Marley sein erstes Solo-Album Dragonfly aufgenommen, ein Werk von erstaunlicher Originalität und musikalischer Vielfalt. Niemals zufrieden mit den Erfolgen seiner Vergangenheit, erforscht Ziggy mit Dragonfly neues Terrain. Dabei ist auch ein neuer, unverwechselbarer Solokünstler Ziggy Marley entstanden. „Allein zu arbeiten gab mir die Möglichkeit, mir Zeit zu lassen und eine Menge Erfahrungen zu machen“, meint Ziggy. „Ich brauchte ein Jahr für diese Aufnahme – so lange habe ich noch niemals an einem Album gearbeitet. Wenn man allein arbeitet, verläuft das Ganze anders. Mal ist es beängstigend, mal hat man mehr Kraft, sich intensiver auf bestimmte Dinge einzulassen.“ Ziggy hatte außerdem das Gefühl, es sei Zeit die musikalische Umgebung zu ändern. Er schrieb die Songs zu dem Album in Jamaika, produziert wurde in Miami und Los Angeles. “Als Künstler muss ich verschiedenste Dinge erfahren, die Welt kennenlernen und mich auf unterschiedliche Kräfte einlassen. Das hilft mir über mich hinauszuwachsen.“ Diese Entwicklung ist überall auf Dragonfly zu spüren: Ein Album mit starken Botschaften, natürlich auch im Titelsong, der aus Tierperspektive von der Zerstörung der Erde durch den Menschen erzählt, wobei der muntere Upbeat-Rhythmus dem Textinhalt widerspricht. In „I Get Out“, einem funky Reggae-Song, beschäftigt sich Ziggy mit dem Lösen aller Fesseln, seien es allgemein die Menschen, in ihren Clichés und Schubladendenken gefangen, oder im Speziellen die von den Plattenfirmen festgelegten Künstler. Eine unwiderstehliche Mischung von Hip-Hop und Reggae-Rhythmen charakterisiert den Song „True to Myself“, ein hinreißendes Plädoyer zur Selbstachtung. „Shalom Saalam“ widmet sich dagegen dem Israel/Palästina-Konflikt (in dem Titel stehen die hebräischen und arabischen Wörter für Frieden nebeneinander). In „Looking“ feiert Ziggy die jamaikanische Lebensfreude und beschäftigt sich dabei mit der immerwährenden Suche nach Glück und Spiritualität. Mit „In the Name of God“, einem dynamischen Rocksong, ruft Ziggy unverhohlen zur Beendigung jeglicher Religionskonflikte auf, er wendet sich emotional gegen die Völker spaltende Heuchelei im Namen Gottes. Das Hauptaugenmerk von Dragonfly liegt auf dem politischen und persönlichen Engagement des Einzelnen. Diese Aussage findet sich auch in „Rainbow“ wieder - eine Botschaft der Hoffnung und Selbstbestimmung im synkopierten Reggae-Groove. „Melancholy Mood“ ist der persönlichste Song auf dem Album - Ziggys Erfahrung mit Liebeskummer und Trauer, eine meditative Einheit aus Slow Groove und dem nachdenklichen Songtext. „Good Old Days“, ein dringender Appell nicht zurückzuschauen, ein Weckruf, dass das Heute bald gestern ist, eine Aufforderung, die Gegenwart in jedem Augenblick in vollen Zügen zu genießen. „Never Deny You“, ein Liebeslied im Stil eines Gebetes, das elegant die Celli mit einem ruhigen R&B-Rhythmus verbindet; Ziggy bezeugt sein immerwährendes Bekenntnis zu seinem Rastafari-Glauben. „Don’t You Kill Love“ enthält die verträumtesten Momente des Albums, wobei die Musik Keyboard, Sitars und ätherische Synthesizer-Klänge in einem Gebet für Gewaltlosigkeit vereint. Als in Kingston geborener Jamaikaner nahm Ziggy bereits im Alter von zehn Jahren seine ersten Platten zusammen mit seinem legendären Vater Bob Marley und dessen Band The Wailors auf. Ziggy und seine drei Geschwister gründeten später the Melody Makers, mit denen Ziggy seine unverwechselbare gefühlvolle Mischung aus Blues, R&B, Hip-Hop und Root Reggae entwickelte. Nach ihren ersten beiden Alben, Play The Game Right (1985) und Hey World! (1986), gewannen the Melody Makers ihren ersten Grammy (beste Reggae-Aufnahme) für Conscious Party (1988), ein Album, das von den Talking Heads Chris Frantz und Tina Weymouth produziert wurde und Hits wie „Tomorrow People“ und „Tumbling Down“ enthielt. Weitere Grammy-Gewinner waren das Album One Bright Day (1989), Jamekya (1991), Joy and Blues (1993), Free Like We Want 2 B (1995), ihr dritter Grammy-Gewinn war Fallen is Babylon (1997), Spirit of Music (1999) und Ziggy Marley & the Melody Makers Live, Vol 1 (2000), das einige der großen Hits und auch Bob Marleys „Could You Be Loved“ enthielt. Auch trotz Millionen verkaufter Platten und unzähliger Konzerte mit the Melody Makers – die erst kürzlich wieder auf Europa-Tour waren – hat Ziggy Marley niemals sein spirituelles Fundament verloren: Glaube, Freundschaft und Familie.

