"The Day, Jimi Hendrix Died, The Guitar-Playing Yngwie Was Born" heißt es in der Bio auf der Homepage des schwedischen Gitarristen Yngwie J(ohann) Malmsteen. Ob sie stimmt oder nicht, die Behauptung ist bezeichnend für die Art und Weise, mit der sich der Musiker wahrnimmt und darstellt: Ungeachtet solcher externer Faktoren wie Misserfolg oder Wandel der Zeit hält er nach wie vor an der grenzenlosen Selbstüberschätzung fest, die eine gewichtige Rolle bei seinem kurzzeitigen Ruhm Mitte der 80er...
"The Day, Jimi Hendrix Died, The Guitar-Playing Yngwie Was Born" heißt es in der Bio auf der Homepage des schwedischen Gitarristen Yngwie J(ohann) Malmsteen. Ob sie stimmt oder nicht, die Behauptung ist bezeichnend für die Art und Weise, mit der sich der Musiker wahrnimmt und darstellt: Ungeachtet solcher externer Faktoren wie Misserfolg oder Wandel der Zeit hält er nach wie vor an der grenzenlosen Selbstüberschätzung fest, die eine gewichtige Rolle bei seinem kurzzeitigen Ruhm Mitte der 80er Jahre gespielt hat.An Jimi Hendrix' Todestag, dem 18. September 1970, war Malmsteen gerade mal sieben Jahre alt. Als er nach kurzer Mitgliedschaft bei den kalifornischen Heavy Metal-Bands Steeler und Alcatrazz 1986 sein erstes Soloalbum "Rising Force" veröffentlicht, scheint tatsächlich ein neues Gitarrenwunder das Licht der Welt erblickt zu haben. Mit einer unglaublichen Fingerfertigkeit und einer wahnsinnigen Geschwindigkeit spielt er sich in die Herzen aller pubertierenden Heavy-Metal-Gitarristen und erobert sich eine blind bewundernde und loyale Anhängerschaft. Originelles bietet er dabei kaum: stark von Deep Purple und Rainbow-Gitarristen Ritchie Blackmore beeinflusst, ist der Grundstein seines Spielens die klassische Musik der Barockzeit. Den Höhepunkt der überwiegend instrumentalen Platte bildet eine elektrisierende Version von Albinonis "Adagio".Auszeichnungen und Lob häufen sich, die Nachfolger "Marching Out" und sein wohl bestes Album "Trilogy" festigen seinen Ruhm. Es ist die Zeit der Speed-Gitarristen wie Steve Vai oder Tony MacAlpine. Sein klassischer Einfluss und seine Abneigung gegen ihren blues-basierten Ansatz fuehren zu heftigen Schlachten in den eingängigen Blättern, während seine mitreißenden Liveauftritte, zu denen das Verbrennen der Gitarre zum krönenden Abschluss gehört, ihm Kultstatus bescheren.Der Glaube an die eigene Allmächtigkeit, wohl auch ein Mangel an Ideen, führen bei den folgenden Produktionen zu einem starken Qualitätsverlust, angefangen bei "Odyssey" (1988). Der Versuch, damit die Charts zu erobern, schlägt genauso fehl wie die Verpflichtung des ehemaligen Rainbow-Sängers Joe Lynn Turner. Wie immer von Malmsteen geschrieben, produziert und weitgehend selbstaufgenommen, ist dieser Schritt zu kommerzielleren Gefilden ein Schlag ins Wasser.Ein letzter Höhepunkt seines Schaffens ist eine Reihe von Konzerten in den (damals) sowjetischen Städten Leningrad und Moskau im Jahre 1989. Aus Mangel an Alternativen werden sie die bis dahin erfolgreichsten Auftritte eines "Westmusikers" in der UdSSR. Anschließend geht es nur noch bergab. Ein schwerer Autounfall bringt den Ferrari-Fetischisten an den Rand der Arbeitsunfähigkeit, die nächsten, fast im Jahresrhythmus erscheinenden Alben enthalten keine Neuigkeiten. Außerhalb Japans, wo das 93er "Fire and Ice" als Nummer 1 in den Charts debutiert, werden sie kaum wahrgenommen.Neue Hoffnungen gibt es erst 1998, als sein seit "Trilogy" bestes Album erscheint, die "Concerto Suite for E-Guitar and Orchestra Op. 1." Eigenhändig komponiert und mit dem Tschechischen Philharmonischen Orchester in Prag aufgenommen, handelt es sich zwar nur um die Wiederbelebung einer Verbindung zwischen (Hard) Rock und Klassik, die in den 70ern zeitweise populär war, aber die Mühe bringt ihm wieder etwas Anerkennung und ein größeres Medienecho ein.Die elektrischen Nachfolger reihen sich allerdings wieder in die gewohnte Mittelmäßigkeit ein. Im Frühjahr 2001 spielt Malmsteen nach einigen Jahren wieder in Deutschland. Auf der Bühne steht ein fett gewordener und aufgedunsener Gitarrist, der zwar immer noch sein Instrument beherrscht, gleichzeitig aber auch seinen Kritikern recht gibt, die ihn in den 80er Jahren als gefühllosen Technikfreak darstellten. Im September 2001 tritt er in Japan mit Orchester auf, an einem weiteren Album dieser Art wird nach eigenen Angaben gebastelt. Es ist wohl die einzige Möglichkeit, die ihm geblieben ist, an die Verehrung und den Erfolg vergangenener Zeiten anzuknüpfen.2000 War To End All Wars1999 Alchemy1998 Yngwie Malmsteen Live1998 Concerto Suite For Electric Guitar And Orchestra In E Flat Minor, Opus 11997 Facing The Animal1996 Inspiration1995 Magnum Opus1994 The Seventh Sign1992 Fire & Ice1990 Eclipse
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