Yellowcard

Bands mit einem originellen, eigenen Sound und einer sofort erkennbaren Handschrift sind in Zeiten künstlich geschaffener Superstars und Idole dünn gesät. Tatsächlich gibt es sogar Genres, wo es fast unmöglich scheint, einen individuellen Stil zu entwickeln, geschweige denn zu etablieren. Doch genau das ist der jungen amerikanischen Punkband Yellowcard auf Anhieb gelungen. Ihr Capitol-Debüt "Ocean Avenue" ist ohne Frage ein furiose Gratwanderung zwischen Pop und Punk mit atemberaubenden Song...

Steckbrief
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Yellowcard
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Yellowcard Lyrics
Wo ist deine Inspiration Du hast sie vor so langer Zeit verloren Fuer Innovat...
Lieber Bobby erinnerst du dich an die Zeit als wir jung und sehr huebsch ware...
Weiss nicht was ich gesucht habe als ich nach Haus ging ich befand mich allei...
Biografie Yellowcard

Bands mit einem originellen, eigenen Sound und einer sofort erkennbaren Handschrift sind in Zeiten künstlich geschaffener Superstars und Idole dünn gesät. Tatsächlich gibt es sogar Genres, wo es fast unmöglich scheint, einen individuellen Stil zu entwickeln, geschweige denn zu etablieren. Doch genau das ist der jungen amerikanischen Punkband Yellowcard auf Anhieb gelungen. Ihr Capitol-Debüt "Ocean Avenue" ist ohne Frage ein furiose Gratwanderung zwischen Pop und Punk mit atemberaubenden Songs, griffigen Melodien, hymnischem Gesang und lustvoll lärmenden Gitarren. Was das Album jedoch wirklich einzigartig macht, ist der völlig gleichberechtigte Einsatz einer Violine, gespielt von dem klassisch ausgebildeten Musiker Sean Mackin. Sein virtuoses, mal rhythmisches, mal solistisches Spiel verleiht dem Sound der Band eine ungeahnte Dichte, Tiefe und Vielfalt. Die erste Ausgabe von Yellowcard gründete sich bereits 1997 in Jacksonville, Florida. Nur wusste damals keiner der Teenager, in welche Richtung es mit der Band gehen sollte. Sänger und Instrumentalisten kamen und gingen, ohne dass sich irgendein Fortschritt erkennen ließ. Erst Ryan Key brachte die Wende. Key, heute 23 Jahre alt, kannte die meisten Mitglieder der Band seit der High School. Besonders mit dem ein Jahr älteren Sean Mackin verband ihn eine enge Freundschaft. Und als sich Sean an der Florida State University einschrieb, tat es ihm Ryan gleich. Doch schon nach einem halben Jahr schmiss er frustriert die Brocken hin, packte seine Gitarre und zog nach Santa Cruz mit der festen Absicht, Musiker zu werden. In den darauf folgenden Monaten pendelte er zwischen Kalifornien und Florida und versuchte sein Glück in diversen Punkformationen. Aber keine entsprach seinen Vorstellungen. Eines schönen Tages, als Ryan einmal mehr mit einer Band im Proberaum auf den berühmten Musenkuss wartete, sprach ihn Ben Harper, Gitarrist von Yellowcard an, doch mal bei einer Session seiner Gruppe vorbei zu schauen. Zufällig hatten Harper, Mackin, Bassist Alex Lewis und Schlagzeuger Longineu Parsons gerade ihren Sänger gefeuert und suchten Ersatz. "Wir begannen mit einigen Songs, die ich geschrieben hatte", erinnert sich Ryan. "Alles passte sofort wunderbar zusammen. Sean und ich waren uns immer sehr nah und auch mit den anderen Jungs stimmte die Chemie. Irgendwie schien die Band ganz natürlich zu harmonieren." Mit dem Argument, dass die Erfolgschancen der Gruppe in der Skater-Szene Südkaliforniens beträchtlicher größer wären als in Florida, überzeugte der frisch engagierte Sänger seine Kollegen zum Umzug. Im kalifornischen Ventura County fanden Yellowcard ein neues Domizil und mit Lobster Records ein Label, das 2001 ihr Debütalbum "One For The Kids" veröffentlichte, dem ein Jahr später auf Fueled By Ramen die EP "The Underdog" folgte. Beide Plattenn erhielten enthusiastische Kritiken, und nachdem die Band ihre überragenden Live-Qualitäten im Rahmen der W.A.R.P.-Tour 2002 und 2003 sowie bei Konzerten mit Lagwagon, No Use For A Name und Less Than Jake unter Beweis gestellt hatte, bot ihnen Capitol Records einen Vertrag an. "Ocean Avenue", von Neal Avron (Everclear, David Poe, A New Found Glory) produziert und von Tom Lord-Alge (Live, Pink, Blink-182, Santana) abgemischt, ist ein ganz großer Wurf, ein Album, prall gefüllt mit akustischen Stimuli. Der überfallartige Opener "Way Away", das überschwängliche "Breathing" und die emphatischen Hochgeschwindigkeitsorgien "Miles Apart" und "Twentythree" demonstrieren die enorme Durchschlagskraft des Quintetts. Nach ein paar Hundert Konzerten auf Punk-Festivals, Schulfeten, in Rockclubs, Vororthallen, Wohnzimmern, Hinterhöfen und an jedem anderen möglichen und unmöglichen Platz wissen Yellowcard, wie man mit ansteckender Spielfreude und fulminanten Energieausbrüchen sein Publikum mitreißt. Gleichwohl sind sie auch Meister leiser Töne. Besinnliches wie das bittersüße "Empty Apartment", die wehmütige Akustik-Vignette "One Year, Six Months" und das melancholische "Back Home" zum Ausklang zeugen von Yellowcards erstaunlicher Vielseitigkeit. Das gilt auch für den quirligen Mix aus Country, Pop und Punk bei "View From Heaven" mit einem grandios auftrumpfenden Sean Mackin. In der Tat wirken die ruhigen Songs durch die Geige noch elegischer, während die schnellen Titel an Dynamik gewinnen. Die herausragende Qualität der Songs geht einher mit unerwartet tiefgründigen und ernsthaften Texten aus der Feder von Ryan Key. "View From Heaven" erzählt von einem kürzlich verstorbenen Freund. "Believe" reflektiert die Ereignisse des 11. September. "Miles Apart" handelt von der wachsenden Entfremdung zwischen ehemaligen Freunden. Das von Sean Mackin gesungene "Twentythree" beklagt den Verlust von jugendlichem Idealismus und "Life Of A Salesman", angelehnt an Arthur Millers "Tod eines Handlungsreisenden", behandelt das Thema Vaterschaft. In "Way Away" thematisiert Ryan seine Entscheidung, Musiker zu werden und den Umzug der Band nach Kalifornien. Ein Sujet, das zum Ende von "Ocean Avenue" in "Back Home" wieder auftaucht. "Auch wenn die Entscheidung richtig war und man gar nicht anders handeln konnte, kommt doch manchmal der Punkt, an dem man die Dinge und Menschen, die man hinter sich gelassen hat, vermisst, sein Zuhause, die Freunde, die Familie", erzählt Ryan. "Wir wollten, dass das Album mit dieser Art von Reflexion schließt." Eine Punkband mit Heimweh. Kaum zu glauben. Aber Punkalben mit reinen Partynummern und Schimpfkanonaden über böse Mädchen gibt es nun wahrlich schon genug. Sicherlich ist es auch diese Reife, die Yellowcard von anderen Bands unterscheidet und so wertvoll macht. "Ocean Avenue" erscheint zu einer Zeit, in der das Publikum, das sich für solche Fusionen von Punk und Pop begeistert, mehr verlangt als das infantile Gehabe, das die meisten Vertreter der Szene zu bieten haben. Insofern spielen Yellowcard in ihrem Metier die erste Geige - nicht nur wegen der ungewöhnlichen Besetzung.

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    Songtexte Yellowcard
    Starstruck, Dear Bobbie, Back Home, Afraid, For the longest Time, Everywhere, Back home, Starstru...
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