Yann Tiersen hat sich in den letzten Jahren unbestritten zum einem der innovativsten und meist beachteten musikalischen Exportschlager seines Heimatlandes Frankreich entwickelt. Der Komponist und Musiker ist spätestens nach seinen Filmmusiken für "Die fabelhafte Welt der Amélie" (2001) und "Goodbye Lenin" (2003) weit über seine Landesgrenzen hinaus bekannt und preisgekrönt. "Die fabelhafte Welt der Amelie" wurde als beste Filmmusik mit dem renommierten französischen Filmpreis "César" ausgeze...
Yann Tiersen hat sich in den letzten Jahren unbestritten zum einem der innovativsten und meist beachteten musikalischen Exportschlager seines Heimatlandes Frankreich entwickelt. Der Komponist und Musiker ist spätestens nach seinen Filmmusiken für "Die fabelhafte Welt der Amélie" (2001) und "Goodbye Lenin" (2003) weit über seine Landesgrenzen hinaus bekannt und preisgekrönt. "Die fabelhafte Welt der Amelie" wurde als beste Filmmusik mit dem renommierten französischen Filmpreis "César" ausgezeichnet. In Deutschland gab es für die Musik zum Publikums- und Kassenliebling "Goodbye Lenin" den Deutschen Filmpreis, in Frankreich erhielt der Score den "Victoires de la Musique", den Musikpreis für das "beste Album des Jahres im Bereich Film und Fernsehen". Aufsehen erregte er weiterhin mit seiner großartigen Live-Symphonie "C'Etait Ici" (2002), die von der Musikkritik in höchsten Tönen gelobt wurde. Nur ein Auszug aus seinem reichhaltigen Schaffen, und so ist Yann Thiersen heute auf dem Kontinent ein klangvoller Name im Musikbusiness und gilt als ein von seiner Leidenschaft für die Musik Getriebener, der immer bereit für neue, spannende musikalische Projekte und Herausforderungen ist. Seine jüngste kreative Phase verbrachte Tiersen auf Frankreichs westlichster Insel Oussant, wo 1998 bereits "Le phare" entstand, jenes Album, welches seinen heutigen Ruhm und seine Popularität begründete. Ein Ort, an dem sich der gebürtige Bretone heimisch fühlt. Entstanden ist daraus "Les Retrouvailles". Ein Album, von dem Yann Tiersen weiß, dass es mühelos den Anschluss an seine vorherigen Werke findet. Tiersen ist es immer noch höchstpersönlich, der die Instrumente bestimmt, der dem Gesamten seine Handschrift verleiht, der einen völlig eigenen Weg des Arbeitens wählt und dadurch der der alleinige "Manager" seines musikalischen Projektes ist. Auf der Insel Oussant nahm Yann sich viel Zeit, um die Basis für sein neues Album zu legen. Die Inspiration trug ihn von wenigen Noten und noch weniger Reimen weit fort. Immer wieder hörte er an, strich durch, behielt dies, verwarf jenes - bis er nach Paris zurückkehrte, um in den Davout Studios mit den Aufnahmen zu "Les Retrouvailles" zu beginnen. Dort fiel ihm schließlich auf, dass er ein wenig ‚knapp an akustischen Nummern' war, was ihn zurück in sein Refugium führte, aus dem er schließlich mit Songmaterial für weitere sechs oder sieben Alben wiederkehrte. Es scheint, als sei "Les Retrouvailles" die Summe seiner bisherigen Erfahrungen, und als hätte er bislang nur darauf gewartet, sie in diesem Album freizusetzen. Selten zuvor ist Yann Tiersen ein Werk von solcher Klarheit gelungen, das überzeugend seine Kreise zog. So scheint es völlig einleuchtend, dass sich für die Gesangsparts des neuen Werkes von Tiersen große Pop-Sänger wie Liz Fraser (Cocteau Twins; Massive Attack's ‚Mezzanine') und Stuart Staples (Tindersticks) vergnüglich zum Stelldichein trafen. Gleiches galt für Jane Birkin, die den Titel "Plus d'hiver" begleitet. Hinzu kommen Yann's alte ‚Mitstreiter' Dominique A(né) und Christophe Miossec, die sich in einem gemeinsam geschriebenen Song "Le jour de l'ouverture" vollkommen entzückt zeigen. Musikalisch überrascht Yann Tiersen erneut. Obwohl "Les Retrouvailles" die für Tiersen typischen Elemente, wie den sanften Akkordeon-Walzer oder die herrliche Piano-Ballade enthält, veredelt Yann das Werk mit zahlreichen Gitarren-Akkorden oder manchmal mit schwerem Bass-Sound. Dadurch gibt er dem Album schärfere Kanten, verleiht ihm mehr Dynamik und vervollkommnet damit eine makellose Aufnahme. Dennoch bleibt "Les Retrouvailles" eine (Wieder-)Entdeckungsreise der für Yann typischen und erfolgreichen Kompositionen. Diese haben zwar inzwischen eine imposante Reife erfahren, werden aber doch trotz ihrer Erhabenheit nicht langweilig. Vielleicht vergleichbar mit dem Wetter auf Oussant, wo sich auf dem Teppich eines strahlend blauen Himmels immer einige Wölkchen zeigen, die der Vollkommenheit des Blau überraschend schöne Tupfen hinzufügen. Eine limitierte Auflage des Albums enthält die Bonus-DVD "La Traversée" "La Traversée" - Ein Film von Aurélie Du Boys inspiriert durch "Les Retrouvailles" Aurélie Du Boys studierte an der "Ecole du Théatre National de Bretagne" in Rennes und arbeitete anschließend unter anderem mit dem Regisseur Jean Francois Sivadier an Beaumarchais' "Figaros Hochzeit" und Brechts "Leben des Galileo". Als begeisterter Fan konnte sie 2003 einige Live-Auftritte von Yann Tiersen filmen, woraus sich schließlich ein gemeinsames Filmprojekt ergab. Das Ergebnis dieser Zusammenarbeit, der Film "La Traversée", folgt in seiner Art den Songs des Albums und beleuchtet gleichzeitig Yann Tiersen's musikalisches Universum sowie die Entstehungsgeschichte von "Les Retrouvailles". Er ist eine Bilderreise durch die (Werk)-Stätten von "Les Retrouvailles", angefangen bei den ersten kreativen Schritten auf Oussant, entlang des Weges zu den ‚parisischen' Momenten, auf dem uns die Regisseurin Aurélie Du Boys einen Blick auf rare und magische musikalische Augenblicke gestattet. Im März 2004 beginnt Du Boys, Yann Tiersen auf der Insel Oussant bei seinen ersten Konzepten für "Les Retrouvailles" zu beobachten. Danach begleitet sie ihn ins Pariser Studio, wo er mit seinen Musikern und Gastsängern die Aufnahmen zum Album einspielt. Abschließend folgt sie Tiersen nach Brest, wo er bei der Vauban das komplette Album noch einmal mit allen beteiligten Künstlern, jedoch ohne Publikum, live überarbeitet. "La Traversée" enthält damit weitere, erst in Vauban eingespielte Kompositionen, die auf dem Album "Les Retrouvailles" nicht enthalten sind, und somit eine wundervolle Erweiterung des Songmaterials darstellen.

