Chris Brown: Voice & Guitar Simon Ormandy: Lead Guitar Peter Charell: Lead Bass Monty: Drums Es ist ihr erstes "offizielles" Album und legt mit US-Gold gleich den Weg für eine fette Erfolgsgeschichte in spe. TRAPT heißen Band und Album, und die US-Single Headstrong tat bereits einen gebührenden ersten Urschrei: Acht Wochen Nummer 1 im Rock Radio-Listing und Top-Platzierung in den Modern Rock-Airplay-Charts. Nicht schlecht für eine Band, die sich seit Jahren mühsam einen eigenen Weg durch den...
Chris Brown: Voice & Guitar Simon Ormandy: Lead Guitar Peter Charell: Lead Bass Monty: Drums Es ist ihr erstes "offizielles" Album und legt mit US-Gold gleich den Weg für eine fette Erfolgsgeschichte in spe. TRAPT heißen Band und Album, und die US-Single Headstrong tat bereits einen gebührenden ersten Urschrei: Acht Wochen Nummer 1 im Rock Radio-Listing und Top-Platzierung in den Modern Rock-Airplay-Charts. Nicht schlecht für eine Band, die sich seit Jahren mühsam einen eigenen Weg durch den Dschungel der Nu Metal-Normsounds bahnt und dabei ihre eigene Sprache bewahrt. Unüberhörbar sind die Einflüsse, denen sich TRAPT in der verschlafenen Enklave von Los Gatos, Kalifornien, ausgesetzt haben: Soundgarden, Metallica, halt alles, was das Leben in einer Kleinstadt erträglich macht und was heutzutage in das Stammbuch einer jeden Heavy-Rock- / Metal-Band gehört. Kaum verwunderlich ist da natürlich die Sound-Affinität zu derzeitigen Marktführern wie P.O.D., Disturbed und Linkin Park, sprich: satte Gitarrensounds mit einer fetten Portion Melodik, einem steten Wechsel zwischen Brachialität und Empfindsamkeit sowie Lyrics, die die eigene Identität und Orientierung in einer ansonsten ziellos scheinenden Welt in Frage stellen. Aber TRAPT haben sich in jahrelanger harter Arbeit an der Basis ihren eigenen Sound erarbeitet und damit den Grundstein zu einer eigenen musikalischen Form gelegt, der eine vielversprechende Plattform für die Zukunft repräsentiert. So dominieren natürlich knüppelnde Drums, exakt auf den Punkt gesetzte Gitarrenakzente und griffige Melodie-Einwürfe mit Hymnencharakter diesseits der 2000er-Wende. Allerdings legen TRAPT durchaus Feingefühl und eine gewisse Brüchigkeit an den Tag, die sie von anderen Bands ihres Kalibers unterscheidet. Die Vocals sind kraftvoll mit einer Tendenz zur Crispy-ness, die sensiblen Breakparts warten mit kleinen Soundüberraschungen auf, die sich zum Teil erst nach mehrmaligem Hören wirklich erschließen. Schon beim Opener Headstrong fällt auf, wie trocken die Drums gemischt sind, fallen die leichten Weichzeichner im Gitarren- und Bass-Sound auf, die sich wohltuend von den zigfachen Overdubs der meisten anderen Produktionen auf diesem Sektor abheben. Der Sound von TRAPT wirkt bei aller Power angenehm abgespeckt, wie auch Songs wie Made Of Glass, The Game und Hollowman zeigen. Der auf den Punkt gesetzte Sound stammt von Producer GGGarth (Garth Richardson: u.a. RATM), der das Debut mit der Band zusammen produzierte. TRAPT fanden sich schon Mitte der Neunziger unter der Regie von Chris und Simon zusammen und hatten ihren ersten Live-Gig als Schülerband an ihrer High-School. Bis Ende 1997 sollte es dauern, bis die Jungs ihre Vorstellungen soweit formulieren konnten, dass sie eine erste Demo-CD im Selbstbau unter einen wachsenden Fankreis werfen konnten. Anfang '98 hatten sie ein Dauerengagement im lokalen Cactus-Club in der Tasche, eine Tatsache, die ihnen viel neugieriges Publikum und einen über die Grenzen ihrer kleinen Stadt hinausgehenden Ruf verschaffte, so dass sie Mitte '98 schließlich Papa Roach, Dredg und Spike 1000 supporteten. Allerdings - zu jener Zeit stand vor allem der Spaß an der Sache im Vordergrund, und als die Mitglieder der Band ihren Abschluss in der Tasche hatten, versuchte man noch, beides auf die Reihe zu kriegen: Band und Berufsbildung. Das hieß nicht nur, tagsüber studieren, abends spielen, das hieß vor allem, regelmäßig Hunderte von Meilen zurückzulegen, denn Chris und Simon gingen nach Santa Barbara, Peter nach Santa Cruz und der damalige Drummer nach San Luis Obispo. Dieser machte dann jedes Wochenende die Runde, um alle Bandmitglieder einzusammeln - ein Fahrtaufwand von immerhin 5 knapp Stunden pro Tour. Bei einem solchen Aufwand, das war allen klar, musste auch was passieren, und so klopften TRAPT an alle Türen und nahmen jede Gelegenheit, auf die Bühne zu gehen, mit - vorwiegend an Wochenenden, versteht sich. Zwei weitere selbstvertriebene Demos und eine Internet-Band-Battle später schienen die Früchte zu reifen, als ein Major Interesse an TRAPT anmeldete. Das Glück hielt jedoch nur wenige Wochen - zuviele musikalische Kompromisse, die TRAPT nicht eingehen mochten, führten zur baldigen Auflösung des Contracts - kurz nachdem die Jungs ihre Studiengänge für die Band aufgeben hatten. TRAPT allerdings betrachteten das nicht als Niederlage, sondern als Ansporn: "Das standen wir nun: raus aus der Uni, einem Plattenvertrag den Rücken zugedreht und dann stieg der Drummer aus," erinnert sich Chris an die bisher schwersten Tage TRAPTs. Schließlich stieß der Seattlelite Monty dazu und verpasste der Band neuen kreativen Drive. Ein denkwürdiger Showcase im Jahre 2001 rief dann Warner Bros. mit einem exklusiv-Vertrag auf den Plan. Damit war das Schlimmste dann überstanden. Bereits Anfang 2002 ging es dann mit Garth Richardson nach Vancouver, wo das vorliegende Debut Trapt in Angriff genommen wurde. Das Ergebnis sind 12 Tracks mit emotionsstarkem Metalrock, der vom verspielt-akustischen Stories über Echo, Still Frame und Enigma bis hin zum packenden Headstrong reicht. Ergebnis des Glaubens an sich selbst und eines festen Willens: einen Dickkopf zu haben, lohnt sich eben...

