Eros Ramazzotti hat ein schweres Jahr hinter sich. Erst rennt ihm die Ehefrau davon, dann verschenkt sein Lieblingsteam, der AS Rom, die Gunst der Stunde und verhilft Erzfeind Juventus Turin zum Meistertitel. Eine neue CD ist nicht in Sicht, die musikalische Aktivität beschränkt sich auf eine Herbst-Tournee und die Veröffentlichung einer "Stilelibero"-DVD, während er sich ansehen muss, wie ein junger Sänger aus dem nahe gelegenen Latina seine Stellung als italienischer Superstar gefährdet.Den...
Eros Ramazzotti hat ein schweres Jahr hinter sich. Erst rennt ihm die Ehefrau davon, dann verschenkt sein Lieblingsteam, der AS Rom, die Gunst der Stunde und verhilft Erzfeind Juventus Turin zum Meistertitel. Eine neue CD ist nicht in Sicht, die musikalische Aktivität beschränkt sich auf eine Herbst-Tournee und die Veröffentlichung einer "Stilelibero"-DVD, während er sich ansehen muss, wie ein junger Sänger aus dem nahe gelegenen Latina seine Stellung als italienischer Superstar gefährdet.Denn mit seiner Debutsingle "Perdono" landet der damals erst 21-jährige Tiziano Ferro im Sommer 2001 gleich den großen Hit. Wie Ramazzotti knappe zwei Jahrzehnte zuvor besticht er durch eine Mischung aus eingängigen italienischen Melodien und zeitgenössischen Elementen, in seinem Fall Beats und andere computergenerierte Klänge. Das Album "Rosso Relativo" ist der Beweis, dass es sich um keine Eintagsfliege handelt und er tatsächlich Songwritertalent besitzt.Durch seine Anfänge als Sänger in einem Gospelchor liegen seine musikalischen Vorbilder hauptsächlich in den USA. Auf seiner Homepage nennt er unter anderen Alicia Keys (deren "Falling" fester Bestandteil seiner Liveauftritte ist), Lauryn Hill, Erykah Badu, Stevie Wonder und Destiny's Child. Sein größtes Vorbild ist R. Kelly, mit dem nach Ferros Angaben ein gemeinsamer Auftritt geplant war, der wegen der Absage von Kellys Europatournee nach dem 11. September aber nicht zustande kam.Mittlerweile eine feste Größe in Italien, finden Single und Album kurz nach ihrer Veröffentlichung im Ausland auch in Deutschland und Schweiz ihren Weg in die höheren Etagen der Charts. Da bleibt Ramazzotti nur noch der Weg vor die Glotze, denn wenigstens bei den WM-Spielen in Japan und Korea gibt es für den Römer Francesco Totti keine ernsthafte Konkurrenz aus den eigenen Reihen.2002 Rosso Relativo

