Es gibt wohl keine englische Band, die dermaßen versnobt auf den Musikbühnen der Welt auftritt, wie die Tindersticks. Im Gegensatz zu den meisten Kollegen versuchen sie nicht zu verbergen, dass sie englische Dandys sind. Ihre Auftritte werden in Anzügen absolviert und die Sprache, in der sie Interviews geben, kann man wohl nur als Upper-Class-Englisch bezeichnen. Die Arroganz ist allerdings berechtigt. Vollkommen unabhängig vom Britpop und den anderen englischen Musikströmungen bevorzugen d...
Es gibt wohl keine englische Band, die dermaßen versnobt auf den Musikbühnen der Welt auftritt, wie die Tindersticks. Im Gegensatz zu den meisten Kollegen versuchen sie nicht zu verbergen, dass sie englische Dandys sind. Ihre Auftritte werden in Anzügen absolviert und die Sprache, in der sie Interviews geben, kann man wohl nur als Upper-Class-Englisch bezeichnen. Die Arroganz ist allerdings berechtigt. Vollkommen unabhängig vom Britpop und den anderen englischen Musikströmungen bevorzugen die Tindersticks einen dunkeln, chansonartigen Sound, der vielschichtiger nicht sein kann. Wo ihre Zeitgenossen oft direkt und auf den Punkt musizieren, sind die Tindersticks gemächlich, machen dichte und schwierige Lieder, die mit anspruchsvollen Texten und wiederkehrenden Melodien überlagert werden, getragen von Stuart Staples murmelndem Gesang und melancholischer Orchestration. 1992 wurden die Tindersticks von Stuart Staples (Gesang), David Boulter (Keyboard), Dickon Hinchcliffe (Violine), Neil Fraser (Gitarre), Mark Cornwill (Bass) und Al McCauley (Drums) ins Leben gerufen. Die ersten drei Singles veröffentlichten sie noch auf dem eigenen Label Tippy Toe. Dann bekamen sie einen Plattenvertrag bei This Way Up. Ein Konzert der Tindersticks kann man nur als Erlebnis beschreiben. Gerührte Fans vergießen Tränen und schreien sich die Seele zwischen den Titeln aus dem Leib, als hätten sie Angst, ihr Leben würde ohne diese Band einfach aufhören. Und die Band gibt es ihnen zurück, indem sie sich so weit in ihre Musik vertieft, dass man fast fürchtet, sie würden nie wieder ins normale Leben zurückkehren. 2001 Can Our Love ... 1997 Curtains 1996 Nenette et Boni 1995 Tindersticks (second) 1995 The Bloomsbury Theatre (live) 1993 Tindersticks

