Jason Stollsteimer (voc, git) Marcie Bolen (git, voc) Carrie Smith (b, voc) Don Blum (dr) Detroit ist die Heimat der VON BONDIES, jene Stadt am Michigan-See, die uns vor fast 40 Jahren den Psychedelic Garage-Punk geschenkt hat – eine Stadt mit einem ganz eigenen Sound, der immer wieder frisch wirkt. Pawn Shoppe Heart ist der Titel des Major-Debuts der VON BONDIES, die 2001 mit Lack Of Communication unter den Producerhänden von Jack White (White Stripes) und Jim Diamond bereits ein bahnbrec...
Jason Stollsteimer (voc, git) Marcie Bolen (git, voc) Carrie Smith (b, voc) Don Blum (dr) Detroit ist die Heimat der VON BONDIES, jene Stadt am Michigan-See, die uns vor fast 40 Jahren den Psychedelic Garage-Punk geschenkt hat – eine Stadt mit einem ganz eigenen Sound, der immer wieder frisch wirkt. Pawn Shoppe Heart ist der Titel des Major-Debuts der VON BONDIES, die 2001 mit Lack Of Communication unter den Producerhänden von Jack White (White Stripes) und Jim Diamond bereits ein bahnbrechendes Studiowerk zustande brachten. Schon vorher fand man sie auf dem Sampler Sympathetic Sounds of Detroit, und Mitte 2003 veröffentlichten THE VON BONDIES schließlich noch eine John Peel-Compilation (BBC live) mit dem Titel Raw and Rare. Ihre erste große US-Tour absolvierten sie mit den White Stripes, sie supporteten die reunionierten Stooges bei einem Detroit-Gig, auf dem sie gnadenlos abräumten und seit ihrer Europa-Tour vor 2 Jahren sind sie mit den Datsuns befreundet. Seymour Stein, der ‚Entdecker’ der Ramones, signte THE VON BONDIES nach einem Amsterdamer Konzert, als die versammelten Plattenfirmen-A&Rs sich schon verzogen hatten. Ein Umstand, der umso bemerkenswerter ist, da THE VON BONDIES die erste Band seit 15 Jahren war, die Stein für Sire Records unter Vertrag nahm. Und schließlich wurde Pawn Shoppe Heart von Ex-Talking Head Jerry Harrison in San Francisco produziert – womit sich der Kreis schliesst, denn die Talking Heads gehörten seinerzeit zu den wichtigsten Acts des Sire-Labels. Das musikalische Outfit der VON BONDIES ist standesgemäß rau, kratzig, ungebändigt und immer mit einem Bein im Schrammeln. No Regrets eröffnet das Album mit bodenständigen, ziemlich bluesigen Riffs, Broken Man ist purer Rock’n’Roll – zwei Songs, die gleich zu Beginn die gesamte Spannbreite zwischen klassischem Detroit-Rock und dem neuen, ureigenen VON BONDIES-Sound manifestieren, gefolgt von der Single C’mon C’mon mit einem verteufelt groovigen Gitarren-Riff. Die Dynamik des Songs spricht für sich selbst und die geballte Energie der VON BONDIES, die auf dem Song beweisen, dass sie ihre Sache verdammt diszipliniert durchziehen können. Höhepunkte des Albums dürften weiterhin das swampige Mairead mit seinem relaxten Bluesfeeling, das spaßige Not That Social mit dem Grrrls-riot-Gesang Carries das heavy-rockig anmutende Crawl Through Darkness und das nach vorn gehende Poison Ivy sein. Außerdem natürlich das soundmäßig eindrucksvoll sparsam gehaltene Right Of Way, das ohne überflüssigen Brimborium daherkommt. Und der Titelsong Pawn Shoppe Heart, der das Album mit einem gnadenlos guten Shouter Jason abschließt. THE VON BONDIES gründeten sich um das Jahr 2000 herum. Vorher hatte es ein paar erste Band-Versuche gegeben: Jason hatte mit Marcie zusammen eine Band namens Baby Killers, Don Blum spielte in zwanzig verschiedenen lokalen Bands und Carrie tobte sich als Sechzehnjährige in der Mädchenband The Fags aus. „Wir sind eine nette kleine Familie,“ erzählt Frontmann und Songwriter Jason. „Wir alle sind mit 18 zuhause ausgezogen und nach Detroit gegangen. Die meisten Detroiter Bands kommen aus dem Umland, und so fühlten wir uns gleich zuhause.“ In Detroit hielten sie sich mit Jobs über Wasser. Um die Miete reinzukriegen, um das Studium zu finanzieren, um Musik machen zu können. Jason schob Nachtschichten in einem Bowlingzentrum, Carrie schloss in Physik ab und Don schlug sich als Journalist durch. Nebenbei befand sich Jason auf der Suche nach den eigenen Wurzeln: „Die Wahrheit ist, ich hatte keine eigentlichen musikalischen Wurzeln. Die meisten meiner Inspirationen kommen aus anderen Quellen. Wenn ich einen guten Tag habe, schreibe ich einen melodischen Song, wenn ich einen schlechten Tag habe, wird’s aggressiver.“ Einige seiner Schlüsseleinflüsse sind Screamin’ Jay Hawkins, Otis Redding und Little Richard. „Ich mag auch Eric Burdon und die Animals. Ihre frühen Alben sind großartig. Ich habe Eric Burdon immer als Sänger verehrt. Aber ich würde es nicht Einfluss nennen. Ich habe immer versucht, einen eigenen Sound zu finden.“ „Für mich ist es am wichtigsten in der Musik, eine Geschichte zu erzählen,“ so Jason. „Wenn Du keine Geschichte zu erzählen hast, solltest Du nicht auf die Bühne gehen. Entweder Du willst die Welt verändern oder Dein Leben erklären. Die Songs auf dem Album drehen sich um mein Leben. Ich habe damit angefangen, weil ich es besser fand als mich jeden Abend zu betrinken.“ Ziemlich schnell erspielten sich THE VON BONDIES den Ruf als eine der besten Live-Bands der Midwestern-Szene. Eine mittlerweile schon wieder zwei Jahre zurückliegende Tour im Vorprogramm der White Stripes und das von Jack White und Jim Diamond (Dirt Bombs) produzierte Erstlingwerk Lack of Communication öffnete ihnen schließlich Tür und Tor. Etliche Male konnte man THE VON BONDIES in den vergangenen Jahren in Europa sehen – sowohl als Support als auch als Headlining-Act. Vor allem im britischen Königreich, wo sie selbstredend vom NME gehypt wurden, fanden sie ein begeistertes Publikum vor.

