Maja Ivarsson, vocals Felix Rodriguez, guitars Johan Bengtsson, bass Jesper Anderberg, syntheseizers Fredrik Nilsson, drums Soundpäpste frickeln sich durch hochwissenschaftliche Studiotechnik, Image-Fachleute stylen nach neuesten Erkenntissen die totale Befriedigung für die kaufwütige Zielgruppe, Kompositionsgenies basteln und feilen am neuen, allerweltsverdaulichen Stil - alle sind sie auf der Suche nach dem neuen Ding. Dabei könnte alles so einfach sein: Spielfreude, Energie und Vorbil...
Maja Ivarsson, vocals Felix Rodriguez, guitars Johan Bengtsson, bass Jesper Anderberg, syntheseizers Fredrik Nilsson, drums Soundpäpste frickeln sich durch hochwissenschaftliche Studiotechnik, Image-Fachleute stylen nach neuesten Erkenntissen die totale Befriedigung für die kaufwütige Zielgruppe, Kompositionsgenies basteln und feilen am neuen, allerweltsverdaulichen Stil - alle sind sie auf der Suche nach dem neuen Ding. Dabei könnte alles so einfach sein: Spielfreude, Energie und Vorbilder, die eine fundierte Basis für griffige und lebendige Songs liefern - mehr braucht man nicht. Der Stoff, aus dem die neuen Träume sind, kommt aus Schweden und heißt THE SOUNDS. Unschwer herauszuhören sind ihre Lieblingsbands Ultravox, Duran Duran, Depeche Mode, Transvision Vamp und -natürlich- Blondie. "Wir sind eine reine Dur-Band", stellt Sängerin Maja klar. "Unsere Musik ist fröhlich, hat Power und soll gute Stimmung verbreiten." Und das tut sie, zur Zeit noch vor allem in Schweden, denn dort ging das Album Living In America von 0 auf 4 in die Charts, und THE SOUNDS wurden mit dem schwedischen Hit Music Award als "Best Newcomer" ausgezeichnet. Der Sound der SOUNDS ist verteufelt gerade aus: Drums, Bass, Gitarre und simple Synthie-Licks, deren Charme in ihrer unprätentiösen Einfachheit besteht - ganz wie zu den Höchstzeiten poweriger Fusionen von Pop und Punk. Über alles düst die Stimme der blonden Rotznase Maja hinweg, die mit ihrer nicht minder glasklaren Stimme (aber immer ein bißchen heiser) verdammt viel Stoff gibt und sich angenehm von allem Schnörkelgehabe so vieler Pop-Sternchen fernhält. THE SOUNDS gehen nach vorn, mit druckvollen Strophen und unsterblichen Refrains wie bei der ersten Schweden-Single Living In America. Oder beim Track Reggie, oder beim Song mit dem klassischen Synthie-Stakkato Mine For Life, oder der Hymne Fire. Der angenehm unterproduzierte Sound des Albums entstand unter Mithilfe von Adel und Shooting Star im Ljudhavet-Studio in Stockholm. Aber natürlich ist die Griffigkeit der Songs weniger das Ergebnis der Produktion als des Songwritings, das strikt die ganze Band involviert, und dies auf deren natürlichsten Spielfeld, dem Übungsraum. "Wir schreiben alle unsere Songs gemeinsam im Übungsraum," erklärt Gitarrist Felix. "Wir wollen nicht, dass das Songwriting so ein enorm kontrollierter Prozess wird. Wir spielen drauf los und testen aus, was gerade in unsere Stimmung passt. Obwohl man natürlich klar heraushört, dass unsere Inspiration von The Clash bis zum Disco reichen..." Für etwa fünf Jahren erhoben sich THE SOUNDS aus dem Schlamm der ewige feuchten Jagdgründe Südschwedens bei Helsingborg, als Felix und Johan sich zusammentaten. Drummer Fredrik war schnell gefunden, war doch seine Begeisterung für das Schlagzeug in der halben Stadt laut und deutlich zu hören. Gleichzeitig ging Maja einen schrittweisen Prozess der Transformation durch. Mit semiklassischer Ausbildung im Rücken (sie spielte das Horn), beschloss sie eines Tages, Gitarre zu spielen und fand sich in mehreren Mädchenbands der Region wieder. Da dachte sie noch nicht einmal daran zu singen. Bis sie Felix an der Schule traf, der mit seinen Jungs auf der Suche nach einer Sängerin war. Maja erschien zu Probe, probierte das Mikro aus und kurz darauf stand das Quartett zum ersten Mal auf der Bühne. Aber irgendetwas fehlte noch - und erschien in der Person Jesper Anderbergs, dem sie auf dem Hultsfred-Festival begegneten. Jesper war nicht nur ein echtes Party-Animal, sondern auch ein herausragender Keyboarder, der Herz und Geschmack auf dem rechten Fleck hatte. Der erste Auftritt in voller Besetzung und mit dem Namen THE SOUNDS fand im Helsingborger Idrotten Hus Ende 1999 statt. Immerhin hatte sich der Ruf von THE SOUNDS schon so weit verbreitet, dass der schwedische Rocker Thäström im Publikum gesichtet wurde - das war etwa so, als ob im 77er London plötzlich Johnny Rotten bei einem Erstlingsgig im Publikum aufgetaucht wäre. Das war vor ungefähr 100 Gigs von THE SOUNDS. Mittlerweile ist das Album herausgekommen, ja sogar groß herausgekommen, und ein Ende ist noch gar nicht in Sicht, wie zum Beispiel die Reaktion in Finnland zeigte, wo die Single Living In America sofort in die HitPick-Liste des Senders "Radio Mafia" aufgenommen wurde und der Clip zum Track die Nummer 2 in den Video-Charts erreichte. Stattdessen kann man die ersten Einladungen in die USA erwarten, denn jüngst wurden THE SOUNDS von New Line gesignt und werden wohl eine Karriere auch jenseits des großen Teichs in Angriff nehmen. Verdientermaßen, schließlich supporteten THE SOUNDS erfolgreich die Foo Fighters in Oslo und Kopenhagen. Ein Showcase am 19. Dezember stellt die Band dann in Paris (!) den Fans südlich von Skandinavien vor.

