Mitte der 80er Jahre war der Ska in Europa klinisch tot. Die englischen Two Tone-Bands lösten sich auf (The Specials, The Selecter), das Label ging mit dem Ende des Hypes pleite und sogar Stilmitbegründer Laurel Aitken nahm mit den Potato 5 eine unsägliche Scheibe auf. Kurz: Alles wäre in diesen Zeiten cooler gewesen, als mit seinen Kumpels eine Ska-Band zu gründen. Überm großen Teich dürfte es nicht anders ausgesehen haben. Sieben Teenager aus Boston verteidigten dennoch ihre Liebe zur ers...
Mitte der 80er Jahre war der Ska in Europa klinisch tot. Die englischen Two Tone-Bands lösten sich auf (The Specials, The Selecter), das Label ging mit dem Ende des Hypes pleite und sogar Stilmitbegründer Laurel Aitken nahm mit den Potato 5 eine unsägliche Scheibe auf. Kurz: Alles wäre in diesen Zeiten cooler gewesen, als mit seinen Kumpels eine Ska-Band zu gründen. Überm großen Teich dürfte es nicht anders ausgesehen haben. Sieben Teenager aus Boston verteidigten dennoch ihre Liebe zur ersten Specials-Scheibe, wollten aber gleichzeitig ihre Stromgitarren auf höchste Krawallstufe stellen. So entstand im Gründungsjahr 1985 die wohl erste Skacore-Band, die den Weg für stilverwandte Vertreter mit Namen No Doubt und Sublime ebnen sollte. Vor allem Sänger Dicky Barrett, der sich im Bostoner Straight Edge Hardcore Circuit herumtrieb, dürfte der deftige Lärminput zu verdanken gewesen sein. Nachdem man sich anfangs schlicht The Bosstones nannte, hörte man eines Tages von einer gleichnamigen A Capella-Band, so daß eine Namensergänzung nötig wurde. Da einige Bandmitglieder zu der Zeit die High School-Prüfungen im Nacken spürten, legte die Band trotz erfolgversprechender Compilation-Teilnahme auf einem Ska-Sampler eine Pause ein, die sich bis 1989 hinzog. Ihr Debutalbum "Devil's Night Out" von 1990 zählt bis heute zu den Klassikern der härteren Ska-Gangart. Die Band legte von Beginn an größten Wert auf Live-Shows. Zu Hochphasen spielte die Partycombo 300 Gigs im Jahr. Der enge Kontakt zur Anhängerschaft erfreute den Fan in einer Zeit, in der egozentrischen Grunge-Helden der große Erfolg beschieden war. Jener stellte sich bei den Bosstones trotz unablässigen Tourens nicht ein. In der Tradition der Clash übte sich die Band in politischem Aktivismus, stilübergreifend in der Ska- und Hardcore-Szene. Als erste US-Ska-Band unterzeichneten sie 1993 beim Majorlabel Mercury, nachdem das Minilabel Taang! die große Nachfrage nach Platten der Bostoner nicht mehr befriedigen konnte. 1997 roch man lang verdienten kommerziellen Erfolg, als Bands wie No Doubt durchstarteten und den Massenmarkt für millionenschwere Ska-Rockscheiben öffneten. Doch trotz der Hitsingle "The Impression That I Get" vom Album "Let's Face It" (Platin in Amerika) blieb ihnen der richtig fette Durchbruch bislang verwehrt. Nach dem überfälligen Livealbum von 1999 erscheint 2000 das achte Studioalbum der Band. 2000 Pay Attention 1999 Live From The Middle East 1997 Let's Face It 1994 Question The Answers 1994 Ska-Core, The Devil And More 1993 Don't Know How To Party 1992 Where'd You Go? 1992 More Noise And Other Disturbances 1990 Devil's Night Out
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