Das Geheimnis der schöpferischen Gabe von SOiL ist in "Halo" begraben.Dieser Song macht deutlich, wie sich Ryan McCombs mit seiner Stimme, die dem Bellen eines Höllenhundes gleicht, an den Zementharten Rhythmus, durchbohrt von gnadenlosen Gitarren-Riffs, klammert."Everything that stains me breaks me" wütet er wie ein Drill-Sergeant. "Everything that breaks me stains me." Dann befreit er sich aus dem imposanten Marsch seiner Bandkollegen und trifft nahtlos und direkt ins Napalm-Herz von SCAR...
Das Geheimnis der schöpferischen Gabe von SOiL ist in "Halo" begraben.Dieser Song macht deutlich, wie sich Ryan McCombs mit seiner Stimme, die dem Bellen eines Höllenhundes gleicht, an den Zementharten Rhythmus, durchbohrt von gnadenlosen Gitarren-Riffs, klammert."Everything that stains me breaks me" wütet er wie ein Drill-Sergeant. "Everything that breaks me stains me." Dann befreit er sich aus dem imposanten Marsch seiner Bandkollegen und trifft nahtlos und direkt ins Napalm-Herz von SCARS."It's just a gut reaction trapped in this aggressive action."Mit diesen zehn Worten fasst Ryan zusammen, warum SCARS über Jahre hinweg ein Muss für Metal-Fans bleiben wird. Die gleiche Intensität und Ehrlichkeit findet sich in jeder Note und in jeder Silbe des bei J Records veröffentlichten Debüt-Albums dieses Quintetts aus Chicago wieder, und zwar angefangen bei der hervorragenden Single "Halo" bis hin zum letzten Track des Albums, dem Epos "Black 7."Für Ryan McCombs, Bassist Tim King, Schlagzeuger Tom Schoefield und die Gitarristen Adam Zadel und Shaun Glass ist die fokussierte Aggression des Albums nur ein Nebenprodukt der unergründlichen Chemie der Gruppe. Diese Kraft wurde zum Leben erweckt, als King den aus Indiana stammenden Ryan McCombs auf einem Sampler entdeckte."Als ich Ryan's Stimme hörte, war mir alles klar," erinnert sich Tim. "Ich habe den anderen Jungs sofort gesagt, wir haben unseren Sänger gefunden. Es ist mir egal, was wir anstellen müssen, um ihn zu kriegen - er ist einfach der Richtige. Glücklicherweise rief mich Ryan begeistert zurück, da ihm unsere Songs auf Anhieb gefallen hatten. Als wir Fünf uns dann trafen, war es auch schon passiert, SOiL war geboren. Es hatte sich alles so klar und perfekt ergeben, fast wie ein Wunder."Trotz der einfachen Geburt Ende der Neunziger sollten Anstrengungen und Opferbereitschaft künftig für ausgleichende Gerechtigkeit sorgen. Nachdem sie sich mit diversen Auftritten und 'Guerilla-mäßigem' Marketing eine Fanbase geschaffen hatten, gingen sie zu einem Independent Label, das wenige Tage nach Veröffentlichung ihres inzwischen heiß begehrten Debüt-Albums "Throttle Junkies" Konkurs machte. Dieser Rückschlag machte SOiL sogar stärker, auch wenn Ryan inzwischen im Übungsraum der Band wohnen musste. "Ich hatte nie Zweifel, dass wir soweit kommen würden, wie wir jetzt sind," versichert Shaun. "Ich glaube, die harte Zeit, die wir durchmachen mussten, half uns, bessere Songs zu schreiben und noch entschlossener zu werden."Ein passendes Beispiel ist "Halo". Es war einer der ersten - ziemlich mühelos geschriebenen - Songs aus der Zeit des Neubeginns. "I will stone you, stone you, wrap my arms around you, my little halo," heult Ryan den unvergesslichen Refrain, bevor er gesteht "my hands are scarred with time". Obwohl die Band die Interpretation der Texte lieber dem Hörer überlässt, gibt Ryan zu, dass eine gewisse Ironie im Spiel ist. "Ich setzte mich hin, um einen Song darüber zu schreiben, wie man von dem, was man liebt, auch leben kann," erzählt er, „und genau dieser Song war es schließlich, der uns sehr weit gebracht hat." Die Reaktion war spontan, als wir "Halo" zum ersten Mal spielten," erinnert sich Shaun. „Die Kids sangen mit, es war eindeutig, dass ihnen der Song sehr viel bedeutete.""Es ist super, wenn man sieht, dass die Fans sich mit dem, was man geschrieben hat, identifizieren," räumt Ryan ein. "Es bedeutet mir sehr viel, dass einer unserer Songs jemandem möglicherweise durch eine schwierige Situation hilft, genau wie es mir damals ging, als ich ein Jugendlicher war." Die Überzeugung der Fans blieb in der Musikindustrie nicht unbemerkt. Nachdem sich die Wellen im Kampf um die Band geglättet hatten, entschied sich SOiL für J Records, das neue Imperium von Clive Davis.Das J Records Debüt-Album SCARS, produziert von Johnny K. (Disturbed, Machine Head), gemixt von Kevin Shirley (Aerosmith, Iron Maiden), "Halo" noch aufpoliert von Tom Lord-Alge (Blink-182, Green Day), spiegelt sowohl die Schlagkraft ihrer Live-Auftritte als auch den zeitlosen Stil der Band wider, den Tim "Härte mit klassischen Elementen" nennt. "Wir wollten es nicht mit trendigen Effekten übertreiben," betont Adam. "Die Songs sprechen ganz einfach für sich selbst."Und wie man von einem Album, das SCARS heißt, auch erwarten kann, sind die Geschichten nicht gerade schön, aber dafür unerschrocken ehrlich. "Alle meine Texte handeln von Dingen, die ich selbst erlebt habe," verrät Ryan. "Es ist ein gängiger Witz, dass ich noch nie einen fröhlichen Song geschrieben habe. Leider trifft das aber auf die Realität des Lebens zu, das ich gelebt habe. Der Titel beschreibt das ganze Album: Jeder Song steht für eine mentale oder emotionale Narbe, die ich davongetragen habe." Oder wie er bei "Inside" brüllt "It's just a gut reaction trapped in this aggressive action."Diese glasklaren Motive menschlichen Verhaltens sprechen Bände darüber, wie sehr SCARS seine Spuren in diese Welt tätowieren wird. "Wir haben alle hart gearbeitet und auf vieles verzichtet," sagt Tom abschließend. "Es ist keine reine Glücksache, sondern es ist viel Schweiß in dieses Projekt geflossen. Wir waren entschlossen, nichts Geringeres als ein erstklassiges Album abzuliefern. Unser Motto war 'alles oder nichts'."

