“Whenever we go anywhere new, we’re like kids in a huge empty house. We want explore all these big spaces, climb into the attic and rake among boxes and get down into the basement and find the stuff that has been stashed away. For us the world could never be too big…..” Gary LightbodyEndlich ist es da - "Final Straw", das dritte Album der aus Glasgow stammenden Formation Snow Patrol. Ein herausragendes Werk, das einmal mehr von der Spontaneität, Experimentierfreude und musikalischen Abenteuer...
“Whenever we go anywhere new, we’re like kids in a huge empty house. We want explore all these big spaces, climb into the attic and rake among boxes and get down into the basement and find the stuff that has been stashed away. For us the world could never be too big…..” Gary LightbodyEndlich ist es da - "Final Straw", das dritte Album der aus Glasgow stammenden Formation Snow Patrol. Ein herausragendes Werk, das einmal mehr von der Spontaneität, Experimentierfreude und musikalischen Abenteuerlust der vier Musiker lebt und daraus seine schier unbändige Energie bezieht. Und das sind nur ein paar wenige der charakteristischen Attribute von Snow Patrol, die ihre Musik und eben den Longplayer "Final Straw" ausmachen. In ihrer Heimat schon längst als Band etabliert, die auf grandiose Art und Weise eine mitreißende Mixtur aus verzerrtem, schnellem britischem Rock und US-Alternative Gitarren-Pop zelebriert, präsentiert das Album die Boys erwachsener, gereifter und selbstbewusster denn je. So ist ihnen mit "Final Straw" ein Wurf gelungen, der ohne Übertreibung schon jetzt als eine der besten britischen Platten bezeichnet werden kann, die man dieses Jahr zu hören bekommt.Doch der Erfolg kam keineswegs über Nacht. Die Snow Patrol-Geschichte begann bereits 1994, als Gary Lightbody (Spitzname: Gimpy - "Because I'm a gimp") an der "Dundee University" den Gitarristen Mark McClelland (Spitzname: Maps - "Because he can find his way around any city") kennen lernte. "Unsere Blicke trafen sich eines Abends in einer Diskothek", erinnert sich Lightbody. "Wir waren uns sofort sympathisch und von Anfang an war klar, dass wir uns gut verstehen werden. Als es später dann auch noch musikalisch klappte und wir feststellten, dass wir die gleichen Bands liebten, dachten wir uns: 'Warum sollen wir nicht unsere eigene machen?' Das war die Geburtsstunde von Snow Patrol."Na ja, nicht ganz. Denn zunächst nannte sich das Duo Polar Bear. Ein Name, der aber auch von dem Ex-Jane's Addiction-Bassisten Eric Avery benutzt wurde. Als dann schließlich ein Rechtsstreit drohte, setzten sich Lightbody und McClelland erneut zusammen, überlegten und entschlossen, ihre Band ebenso winterlich angehaucht Snow Patrol zu nennen. Wie heißt es so schön? Wer zuletzt lacht... Denn die beiden Freunde und der mittlerweile dazu gestoßene Drummer Johnny Quinn (Spitzname: Thunderclap - "Because he drums so bloody hard") unterschrieben einen Vertrag bei den schottischen Jeepster Records (u.a. Belle And Sebastian), und 1998 veröffentlichten sie ihr Debüt-Album - das sie sinnigerweise und verschmitzt "Songs For Polar Bears" betitelten...Das Album, das sich als Schmelztiegel der vielfältigen und vielschichtigen Einflüsse der einzelnen Mitglieder zeigte, wurde von der Kritik in höchsten Tönen gelobt und als faszinierendes, dynamisches und lautes Pop-Punk-Spektakel bejubelt. "Irgendwie flossen da natürlich auch die Einflüsse ein, die unsere damaligen Lieblingsbands auf uns ausübten. Das waren beispielsweise amerikanische Rockbands wie die Pixies, Dinosaur Jr, Soundgarden, aber auch My Bloody Valentine und das erste, großartige Album der Super Furry Animals.""When It's All Over We Still Have To Clear Up", das nächste Album von Snow Patrol, erschien 2001, doch mittlerweile hatte sich das Verhältnis zu Jeepster Records reichlich gelockert und verschlechtert, eine kommende Trennung war bereits abzusehen. "Es war eine seltsame Zeit", erinnert sich Lightbody. "Alle fuhren gerade auf Garage-Rock ab, und irgendwelche Leute meinten, dass wir unseren Namen in 'The...", nun ja, 'irgendwas' ändern sollten."Zum Glück hatte die Band mittlerweile ausreichend Selbstbewusstsein. Die Jungs entschlossen sich also, ihren Namen zu behalten (Lightbody: "Wir waren auf keinen Fall bereit, unseren Namen zu ändern und trotzdem weiter Snow Patrol-Songs zu spielen!") und begannen dann, "Final Straw" zu schreiben. So ganz "nebenbei" nahm sich Lightbody noch die Zeit für sein Solo-Projekt The Reindeer Section - eine Art Indie-Supergroup, in der weitere schottische Stars wie u.a. Idlewild, Arab Strap und Norman Blake vom Teenage Fanclub mit von der Partie sind.Das Selbstbewusstsein des Trios sollte sich alsbald auszahlen, denn da bereits Demo-Aufnahmen für "Final Straw" die Runde machten, schnappte sich Fiction (Polydor) die Formation, die daraufhin schnell mit der Techno-Größe Garret Lee a.k.a. Jacknife Lee im Studio stand. Zu der Zeit hatten sie sich einen zusätzlichen Gitarristen geangelt - Nathan Connolly (Spitzname: Handsome - "A passing tramp called him it one day and it's stuck"). Nachdem er die Band kennen gelernt hatte, kam Connolly zunächst nur ab und zu ins Studio, bis er sich dann der Gruppe anschloss. "Meine Ma hatte damals die Befürchtung, ich sei von Rock-Stars gekidnappt", erinnert er sich grinsend.Das Resultat, das neueste Snow Patrol-Album, zeigt sich als das Großartigste, was die Band bisher abgeliefert hat: Eine heftige, bissige Attacke verzerrter Gitarren, treibender und krachender Drum-Beats und mitreißender Pop-Hymnen. Angefüllt mit genug Herzschmerz, um Ozeane überlaufen zu lassen und getragen von den typischen Lightbody-Texten und Thematiken über verlorene Liebe. Aber auch über den sehr realen Horror im Irak-Konflikt - "Final Straw" ist rauhe, ungefilterte und fleischgewordene Emotion."Es ist das erste Mal, dass ich über etwas anderes geschrieben habe als meine persönlichen Probleme", sagt Lightbody. "Es war wirklich eine sehr angsteinflößende Zeit, der Irak-Krieg hatte definitiv Einfluss auf das Album. Und ja, es gibt auch immer noch Songs über Beziehungen, die gab es schon immer auf den Alben von Snow Patrol. Aber ich schrieb nicht darüber, wie schön und toll es ist, wenn sie beginnen. Sondern über den gemeinen Schmerz, den du spürst, wenn sie enden.""Final Straw" ist echter Gänsehaut erzeugender Stoff. In ihrer Heimat bereits im letzten Jahr erschienen und begleitet von dem entsprechenden, tosendem Applaus der Kritik und der Medien. Und die ersten Erfolge waren sofort sicht- und spürbar. Beide Single-Auskopplungen - "Spitting Games" und "Run" - entwickelten sich umgehend zu Abräumern bei Radio One im UK. Die Band und ihre Musik fand weitere, neue Freunde und Bewunderer in allen Kreisen. Auch unter den Kollegen aus der Musik-Branche - wie z.B. den bärtigen Prog-Rockern von Grandaddy, die Snow Patrol aus genau diesem Grund mit auf eine ausverkaufte UK-Tour nahmen.Jetzt hat ein neues Jahr begonnen, und mit dem neuen Jahr kommen auch neue Herausforderungen. Im Januar wurde eine NME-Show ausgestrahlt, noch vor der Veröffentlichung der "Run"-Single am 26. Januar - ein Tune, der umgehend zum "Klassiker" avancierte, der allgegenwärtig zu sein scheint. Und jetzt haben Snow Patrol die Koffer gepackt, um ihre erste US-Tour in Angriff zu nehmen - wo ihr Album von Interscope veröffentlicht wurde. Große Dinge werden passieren. "Es ist schon sehr schmeichelhaft für uns, dass die Leute von uns so viel erwarten und uns so viel Aufmerksamkeit schenken", sagt Lightbody. "Wir hatten noch gar nicht wirklich darüber nachgedacht, wie es wäre, diesen Level an Erfolg zu erlangen. Was aber nicht bedeutet, dass wir nicht bereit dafür wären. Denn das sind wir! Ich hoffe nur, dass ich auch in Zukunft noch locker und unbehelligt im Supermarkt meine Milch kaufen kann. Ich habe keine Lust auf zu viel Stress..."

