"Wenn ihr mich noch nicht kennt, kommt einfach zu einem meiner Konzerte. Ich garantiere euch, anschließend werdet ihr ein Shaggy-Fan sein". Was sagt uns das? Yo, hier riskiert einer 'ne dicke Lippe. Angst scheint offensichtlich auch kein ständiger Begleiter dieses Sprücheklopfers zu sein. Shaggy heißt der selbstbewusste Herr, den seit der "Boombastic"-Single von 1995 sämtliche Bank-Konzerne New Yorks gerne als Kunden sähen. Das war einmal anders: geboren am 22.10.1968 in ...
"Wenn ihr mich noch nicht kennt, kommt einfach zu einem meiner Konzerte. Ich garantiere euch, anschließend werdet ihr ein Shaggy-Fan sein". Was sagt uns das? Yo, hier riskiert einer 'ne dicke Lippe. Angst scheint offensichtlich auch kein ständiger Begleiter dieses Sprücheklopfers zu sein. Shaggy heißt der selbstbewusste Herr, den seit der "Boombastic"-Single von 1995 sämtliche Bank-Konzerne New Yorks gerne als Kunden sähen. Das war einmal anders: geboren am 22.10.1968 in Kingston, Jamaica wächst der kleine Orville Richard Burrell (schlimm, gell?) zunächst in eher ärmlichen Verhältnissen auf. Ob er als Fünfjähriger bereits 60 Kilo wog ist nicht überliefert, doch irgendwann benennt ihn ein Freund nach dem allesfressenden Charakter Shaggy im Comic "Scooby Doo". Tja. Der junge Shaggy bemerkt recht schnell, dass Musik mehr als nur ein Hobby sein könnte und zieht die musikalischen Strömungen des heimatlichen Eilands tief in sich auf: Ska, Reggae genauso wie Dancehall, R'n'B und Rock Steady. Gut gemacht, Junge: Mit 18 verlässt er Jamaica mit seiner Mutter gen Brooklyn, um selbst etwas auf die Beine zu stellen. Er findet auch schnell eine Plattenfirma, die seine Debut-Singles "Mample" und "Big Up" veröffentlicht und die in einigen New Yorker Reggae-Clubs zum Einsatz kommen. Mit 20 Jahren tritt er der US Marines bei und findet sich Anfang der Neunziger im Golfkrieg auf irakischem Boden wieder, eine Erfahrung, die ihn nachhaltig prägt: "Krieg ist schlimm. Als ich zurück war, wusste ich, dass ich mit Musik meinen Erfolg finden muss". Tat er. Das Debutalbum "Pure Pleasure" wird vor allem durch "Oh Carolina", dem 60er Rock Steady-Hitcover von Prince Buster, 1993 in die weltweiten Chartspitzen gepusht. In diesem Jahr geht der 25-jährige auch erstmals auf Welttournee und tritt zudem als erster Reggae-Star im von Apartheid befreiten Südafrika auf. Als 1995 die Single "Boombastic" dank des omnipräsenten Levi's-Werbespots einschlägt, ist Shaggy unumstritten einer der erfolgreichsten Reggae-Popstars der westlichen Welt. Sein rauhes Timbre auf poporientierten Ragga-Tunes setzt die Dancefloors sämtlicher Kontinente in Brand. Auf dem gleichnamigen Album führt Shaggy den eingeschlagenen Weg der Coverversionen weiter, indem er sich Ken Boothes Klassiker "The Train Is Coming" vornimmt, der auch im Film "Money Train" zu Ehren kommt. Das Album erhält mehrere Preise, allen voran natürlich den Grammy Award für das "Beste Reggae Album 1996". Unnötig zu erwähnen, dass auch Shaggys Welttour zum Volltreffer wird. Das dritte Album "Midnite Lover" kann aber schon keinen Single-Hit mehr aufweisen, was dem Album in Europa gezwungenermaßen den Platz eines Schattengewächses zuweist. Dennoch hört man Shaggy von sich sagen, dass er ein wahnsinniges Team beim Musizieren um sich hat, und ihm kein Tag seines Lebens wie Arbeit vorkommt. Darum beneiden wir ihn sicherlich alle. Die Wahrscheinlichkeit, dass der Jamaikaner solch wohlsituierte Sätze noch lange von sich sagen kann, ist groß: 2001 schnellt sein fünfter Longplayer "Hotshot" sofort an die Spitze der US-Billboard Charts. 2002 Hot Shot Ultramix 2001 Hotshot 1997 Midnite Lover 1995 Boombastic 1994 Original Dobermann 1993 Pure Pleasure

