Die Kanadier von Rush sind eines der erstaunlichsten Phänomene im Musikbusiness. Trotz einer großen Anzahl hervorragender Platten gelang ihnen (zumindest in Deutschland) nie der ganz große Durchbruch. Gegründet im Revoltenjahr 1968 ließ die Band noch fünf Jahre verstreichen, bevor sie mit dem Buddy Holly-Cover "Not Fade Away" ein erstes Lebenszeichen von sich gab. Nachdem John Rutsey durch Neil Peart am Schlagzeug ersetzt worden war, stand das Line Up fest, mit dem man auch heute n...
Die Kanadier von Rush sind eines der erstaunlichsten Phänomene im Musikbusiness. Trotz einer großen Anzahl hervorragender Platten gelang ihnen (zumindest in Deutschland) nie der ganz große Durchbruch. Gegründet im Revoltenjahr 1968 ließ die Band noch fünf Jahre verstreichen, bevor sie mit dem Buddy Holly-Cover "Not Fade Away" ein erstes Lebenszeichen von sich gab. Nachdem John Rutsey durch Neil Peart am Schlagzeug ersetzt worden war, stand das Line Up fest, mit dem man auch heute noch unterwegs ist. Die Arbeit beim Songschreiben gestaltet sich so, dass Alex Lifeson (Gitarre) und Geddy Lee (Bass, Keyboards, Gesang) für die Musik zuständig sind, während sich Neil Peart um die Texte kümmert. Für diese lyrischen Momente zollen ihm Musikerkollegen eine gehörige Portion Respekt. Der Stil, den Rush spielen zeichnet sich durch eine große Flexibilität aus. Im Laufe der Zeit haben sie vier Live-Alben veröffentlicht, von denen jedes für sich ein ganz eigenes Kapitel der Bandgeschichte darstellt. So wandelte man sich vom Rocker zum psychedelischen Rocker, bevor dann mit dem Einsatz von Keyboards experimentiert wurde. Von 1989 bis heute legten sie wieder mehr Gewicht auf gitarrenlastige Songs. Kennzeichnend für Rush war schon immer, dass sie keine einfachen 08/15-Lieder schreiben, vielmehr ist ein neuer Rush-Song immer wieder eine Entdeckung für sich. Als Meister an ihren Instrumenten gefällt es ihnen, dies den Hörern auch immer zu zeigen. Aber im Gegensatz zu manch anderen "Progressiv-Rockern" wirkt es bei Rush nie gezwungen und konstruiert. Live gelingt es ihnen spielend, trotz ihrer minimalen Instrumentierung, den Sound der Studioaufnahmen auf die Bühne zu bringen. Die Besonderheit dabei besteht auch in der beinahe schon übermenschlichen Fähigkeit von Geddy Lee, Bass und Keyboards (mit Pedalen) gleichzeitig spielen zu können, während er die vertracktesten Texte im Falsett ins Publikum trällert. Da die Verkaufszahlen ihrer Platten in Europa im Vergleich zum amerikanischen Kontinent eher vernachlässigenswert sind, fallen die Europatourneen entsprechend spärlich aus. Die letzte Reise durch Teutonien fand 1992 (!) statt und Abhilfe in Form einer ausgedehnten Tour ist nicht in Sicht. Vielleicht sollte man bei derart Meckerei aber beachten, dass es die Band in den letzten Jahren nicht unbedingt leicht hatte. Speziell Neil Peart wird dies bestätigen können. Den Tod seiner Frau und seiner Tochter hat er nur schwer verkraftet. Trotzdem erscheint im Mai 2002 mit "Vapor Trails" das erste Studioalbum des Trios seit 1996, nachdem sich Geddy Lee 2000 mit My Favourite Headache zum ersten mal auf Solo-Pfade begeben hat. 2002 Vapor Trails 1998 Different Stages (live) 1996 Test For Echo 1993 Counterparts 1991 Roll The Bones 1989 Presto 1988 A Show Of Hands (live) 1987 Hold Your Fire 1985 Power Windows 1984 Grace Under Pressure

