Australien ist als ehemalige Kronkolonie eng mit Großbritannien verbunden, was sich noch heute in den Staatsflaggen widerspiegelt. Auch das kulturelle Leben der beiden Länder ist an mehreren Punkten verknüpft: Australische Sängerinnen wie Kylie Minogue und Natalie Imbruglia zum Beispiel, die seit Jahren in Großbritannien leben, betrachten die Briten schon als so gut wie eingebürgert. Angezogen vom Ruf der Medienmetropole London lassen sich mehr und mehr Künstler aus "Down under" auf den Brit...
Australien ist als ehemalige Kronkolonie eng mit Großbritannien verbunden, was sich noch heute in den Staatsflaggen widerspiegelt. Auch das kulturelle Leben der beiden Länder ist an mehreren Punkten verknüpft: Australische Sängerinnen wie Kylie Minogue und Natalie Imbruglia zum Beispiel, die seit Jahren in Großbritannien leben, betrachten die Briten schon als so gut wie eingebürgert. Angezogen vom Ruf der Medienmetropole London lassen sich mehr und mehr Künstler aus "Down under" auf den Britischen Inseln nieder. Rob Dougan ist einer von ihnen. Der Australier ist Absolvent des National Institute of Dramatic Arts, einer renommierten Schauspielschule, die Filmgrößen wie Mel Gibson oder Baz Luhrmann (Regie von "Moulin Rouge") hervorgebracht hat. Eine schwere private Krise kostete ihm seinen Platz am Institut und hatte zur Folge, dass Rob Dougan sich völlig neu orientierte. Er ging nach London und widmete sich seiner ersten Liebe, der Musik. Er remixte unter anderem Songs von U2, Moby, Pet Shop Boys und – die Musik seiner Landsmännin Kylie Minogue. Dougan war fasziniert von ihrer Fähigkeit, die Fantasie der Menschen zu beflügeln: "I was interested to see what could be achieved with her. She has such a hold on people's imaginations, to shock or intrigue". Daneben widmete er sich seinem eigenen musikalischen Projekt, seinem Debütalbum "Furious Angels". Hinter diesem Titel verbirgt sich das Resultat aus sechs Jahren kreativen Schaffens. In der britischen Musikszene sorgte er mit dem ehrgeizigen Projekt für Furore. Und nicht nur dort: Die Single-Auskopplung "Clubbed To Death", eine düstere Liaison von sanftem Pianospiel und harten Beats, schaffte es sogar auf den Soundtrack zum Kultfilm "The Matrix" mit Keanu Reeves in der Hauptrolle. Rob Dougan liebt es, unterschiedliche Stile zu einem harmonischen Ganzen zusammenzufügen. Neben seiner Stimme, so düster und einprägsam, so außergewöhnlich und ausdrucksvoll, basiert seine Musik auf zwei Säulen. Die eine Säule seiner Musik lässt sich auf sein Elternhaus zurückführen, in dem nur klassische Musik gehört wurde, was den Künstler dazu inspirierte, Elemente aus der Epoche der Romantik zu verwenden. Die zweite Säule seiner Musik bildet eine wilde Kombination von Stilelementen des 20. Jahrhunderts, die Rob Dougan ohne Berührungsängste verwendet. So nutzt er zum Beispiel HipHop-Produktionstechniken, bringt futuristische Soundspielereien ein, lässt Walzerklänge einfließen ("Drinking Song") oder komponiert Stücke, wie sie in epischen Hollywood-Filmen zu hören waren – kurzum: Er springt in der musikalischen Zeitgeschichte hin und her und verwicklicht dabei seine kreative Vorstellungen. Musik muss den Hörer herausfordern, sie muss Substanz haben, findet Dougan. Von Songs, die beim ersten Mal hören ins Ohr gehen, hält er nichts. Wie bei der Komposition seiner Stücke setzt sich Dougan als Künstler bewusst zwischen die Stühle: Er richtet sich gegen ist die Kommerzialisierung des Pop, möchte aber auch nicht als 'alternativer' Künstler gesehen werden. Schließlich seien selbst Stücke aus dem Indie-Sektor mittlerweile häufig formatiert: "A lot of the music – even indie and dance – is so formatted to please you on the first listen, that you're sick of it by the hundredth". Von dieser Vereinheitlichung der Musik möchte er sich abgrenzen. Um seine Musik zu reflektieren und in Verbindung mit ihr zu treten, hat Dougan besonderes Augenmerk auf das Artwork des Albums gelegt. Er wollte ihm einen eigenständigen Wert unabhängig von der Musik geben und suchte sich mit den Fotografen Mert Alas und Marcus Piggott (Björk, Madonna) und den Avantgarde-Graphik-Designern Blue Source prominente Mitstreiter. Mehrere Monate flossen schließlich in die äußere Gestaltung von "Furious Angels". In die Verwirklichung seines Traums hat Rob Dougan seinen kompletten Besitz investiert: "In the same way that film makers invest every cent, sell their furniture, their grandmother and burden their credit cards to get their first film made, I had to put everything I had into it". Einen Großteil seines Budgets hat unter anderem die Verpflichtung eines Chors und eines kompletten Orchesters geschluckt. Die lange Dauer des Kreationsprozesses schiebt er darauf, dass er sich lange nicht frei von äußeren Einflüssen seiner Musik widmen konnte, sondern versucht war, die Ratschläge anderer umzusetzen: "A lot of time it took to get this album out was the time it took to stick to your guns and get exactly what you want, because everyone is always tempting you to change, 'Come on, do it our way'." Bis es ihm schließlich gelang, sich völlig freizuschwimmen und kompromisslos seine Vision zu realisieren ... Das Warten hat sich gelohnt.

