Warum macht ein Farbiger weiße Rock-Musik? Bei dieser Frage sieht Andrew Roachford rot. Seit dem gleichnamigen 88er-Debut zählt der Sohn westindischer Eltern zu den profiliertesten englischen R'n'B-Musikern. Groß geworden mit Curtis Mayfield, Al Green und Free interessiert er sich für Soul, Reggae und Jazz, aber auch Klassik, Folk und Rock. Denn, wer seine Ohren offen hält, den bewahrt die kulturelle Vielfalt Londons vor musikalischer Engstirnigkeit. Bei Roachford k...
Warum macht ein Farbiger weiße Rock-Musik? Bei dieser Frage sieht Andrew Roachford rot. Seit dem gleichnamigen 88er-Debut zählt der Sohn westindischer Eltern zu den profiliertesten englischen R'n'B-Musikern. Groß geworden mit Curtis Mayfield, Al Green und Free interessiert er sich für Soul, Reggae und Jazz, aber auch Klassik, Folk und Rock. Denn, wer seine Ohren offen hält, den bewahrt die kulturelle Vielfalt Londons vor musikalischer Engstirnigkeit. Bei Roachford kommt klassisch-erdiger Pop-Rock mit viel ehrlichem Soul heraus. Aufgewachsen in einer Musikerfamilie datiert er den Beginn seiner Karriere auf das Jahr 1974. Als kleiner Junge fängt er eines Nachts an, das elterliche Klavier zu bearbeiten. Mit 14 Jahren steht Roachford zum ersten Mal auf den Bretten, die soviel bedeuten. Mit 18 veröffentlicht er sein pulsierendes Debut mit dem Uptempo-Hit "Cuddly Toy". Alle Alben des 30-jährigen Songwriters, Sängers und Gitarristen, den Terence Trent D'Arby entdeckt haben soll, erreichen in Britannien Gold-Status. Der Soul-Rocker verkauft hier für Columbia die meisten Platten und gehört zu den meist gespielten Künstlern im Radio. Gefühle und zwischenmenschliche Beziehungen sind seine großen Themen und Roachford greift mit zeitlosen und warmen Love-Songs nach des Hörers Herz.Auch Michael Jackson wird auf sein Talent aufmerksam. Dennoch bleibt dem "Wunderkind" der Sprung auf die ersten Bühnen der Welt verwehrt. Vielleicht weil sein Handwerk zu filigran und zu ehrlich für die nach Glamour lechzende Pop-Welt ist. Live zeigt Roachford mit seiner Band und schnörkellosen Sound aber, wer der Chef im Soul-Rock-Ring ist. In elegantem Outfit, optisch an die Soul-Größen der Sechziger erinnernd, bringt der charismatische Sänger die Menge zum Grooven und Träumen. Trotzdem bleibt er in Europa ein Insider-Tipp. Auch in den Staaten kennt ihn fast niemand. Der Individualist, der auch noch so klingt, ist zu sperrig für die Schubladen der Pop-Industrie. NuFunk-Erfinder Prince müßte eigentlich sein natürlicher Verbündeter sein. Doch der, so Roachford, sieht ihn nur als Rivalen. Andrew Roachfords nächstes Studio-Album erscheint voraussichtlich 2001. Drei neue musikalische Lebenszeichen des Soul-Musikanten sind auf der Best Of zu hören. 2000 The Roachford Files 1997 Feel 1995 Permanent Shade Of Blue 1991 Get Ready! 1988 Roachford

