DDR, Ende der 60er Jahre. Mitten im kalten Krieg covert eine neu gegründete Band westliche Rockmusik. Am 19. November 1969 erster öffentlicher Auftritt im "Tivoli" in Freiberg: auf dem Programm stehen Songs von Deep Purple, Uriah Heep, Led Zeppelin und Emerson, Lake & Palmer. Die "Puhdys" - Dieter Birr, Dieter Hertrampf, Peter Meyer, Harry Jeske und Gunther Wosylus verstehen ihr Geschäft und begeistern die ersten Fans. Einziger Schönheitsfehler des hoffnungsvollen Unterfangens: westliche Rock...
DDR, Ende der 60er Jahre. Mitten im kalten Krieg covert eine neu gegründete Band westliche Rockmusik. Am 19. November 1969 erster öffentlicher Auftritt im "Tivoli" in Freiberg: auf dem Programm stehen Songs von Deep Purple, Uriah Heep, Led Zeppelin und Emerson, Lake & Palmer. Die "Puhdys" - Dieter Birr, Dieter Hertrampf, Peter Meyer, Harry Jeske und Gunther Wosylus verstehen ihr Geschäft und begeistern die ersten Fans. Einziger Schönheitsfehler des hoffnungsvollen Unterfangens: westliche Rockmusik stellt keine Errungenschaft des Arbeiter- und Bauernstaates dar und so muss erst eine Gruppe Jugendlicherr aus Gardelegen dafür sorgen, dass die "Puhdys" 1971 ihre Chance im DDR-Fernsehen erhalten - mit einem selbstgemachten deutschen Titel, versteht sich! "Türen öffnen sich zur Stadt" ist denn auch der Door-Opener für die Puhdys, um von der SED zunächst geduldet, später sogar fast protegiert zu werden - man ist ja modern! Ein Jahr vergeht und der Titel "Geh dem Wind nicht aus dem Weg" wird der Hit des Jahres, der selbst in der Sowjetunion gespielt wird. Und wirklich: die Puhdys entwickeln aus dieser "Zwangslage" heraus einen eigenen, unverwechselbaren Deutschrock, von einer Klasse, die der ebenfalls bekannten Konkurrenz "Karat" in nichts nachstand und für die nächsten 30 Jahre Erfolge garantieren sollte. 1975 durften die Puhdys als sozialistisches Aushängeschild der DDR erstmalig im westlichen Ausland auftreten. Ihr erster Weg führte nach Holland, weitere Konzerte in West-Berlin (!) und Dortmund folgten. Die Gruppe etablierte sich schließlich international und selbst einer USA-Tournee stand nichts mehr im Wege. Nach 20 Jahren verabschieden sich die Puhdys zur 1989 von ihren Fans: 80.000 kommen auf den Berliner August-Bebel-Platz und sagen ihren Idolen Good-bye. Mit dabei: die legendären "Lords". Doch die fünf Jungs bekommen ihren wohlverdienten Ruhestand nicht: auf Druck der Fans wird die Show drei Jahre später in alter Formation fortgesetzt. Sie nennen es "Wiedervereinigung aufgrund der neuen Zeit" - und die Fans sind glücklich. Für manchen ein wenig rätselhaft und unheimlich, dieser ewige Erfolg der Puhdys. Von "Ostalgie" kann jedenfalls nicht mehr gesprochen werden, wenn ihre Fans nach wie vor zu Tausenden die Bühnen und Hallen stürmen, um zu beweisen, daß sich die "Altrocker" auch in der "neuen Welt" durchgesetzt haben. Einig sind sich alle, daß da etwas Besonderes sein muß, was die Puhdys auszeichnet. Ihr Auftreten ist aufrichtig und echt, sie spielen mit Spaß an der eigenen Sache, sie nehmen ihre Fans, aber nicht sich selbst so ernst und sind jederzeit für einen Spaß zu haben. Das Repertoire der Puhdys reicht von Klassikern über Balladen bis hin zu schweren Rhythmen à la Rammstein, vorgetragen von jungebliebenen Rockern. Reinhören lohnt!

