Der 1958 geborene Musiker, der nun wieder Prince genannt werden will, zeigt bereits früh seine große Begabung. Mit 17, da ist er schon zuhause ausgezogen, bieten ihm bereits zwei Studios Verträge an. Diese hatten ein Demotape zu Ohren bekommen, auf dem Prince neben den Keybords Bass, Schlagzeug und Gitarre spielt und dazu singt. Ein weiteres Demo mit drei Tracks veranlasst Warner Bros. einen 100.000 Dollar- Vertrag zu unterschreiben, der dem 19-Jährigen bei der Gestaltung seines Debutalbums t...
Der 1958 geborene Musiker, der nun wieder Prince genannt werden will, zeigt bereits früh seine große Begabung. Mit 17, da ist er schon zuhause ausgezogen, bieten ihm bereits zwei Studios Verträge an. Diese hatten ein Demotape zu Ohren bekommen, auf dem Prince neben den Keybords Bass, Schlagzeug und Gitarre spielt und dazu singt. Ein weiteres Demo mit drei Tracks veranlasst Warner Bros. einen 100.000 Dollar- Vertrag zu unterschreiben, der dem 19-Jährigen bei der Gestaltung seines Debutalbums totale künstlerische Freiheit einräumt. Großes Aufsehen erregt das '78er Debut "For You" allerdings noch nicht. Das bleibt der legendären "1999" vorbehalten, nachdem Prince zuvor mit seiner androgynen Erscheinung und expliziten Lyrics den meisten Zeitgenossen eher unangenehm aufgefallen war. Doch die Singles "1999", "Little Red Corvette" und "Delirious" dudeln bereits 1982 in jedem Radio und rotieren im frisch gegründeten MTV. Das großartig produzierte Soulfunk-Album hält sich drei Jahre in den Billboardcharts; nach Amerika verneigt sich 1983 auch der Rest der Welt vor dem kleinen großen Rhythm King. Die folgenden Jahre bescheint den Mann aus Minneapolis das Glück, er schreibt erfolgreiche Songs (1990 hat Sinead O'Connor mit "Nothing Compares 2 U" einen Riesenerfolg), seine Scheiben erobern die Charts (insgesamt geschätzte 100 Mio. weltweit verkaufte Platten) und für seinen Beitrag zum Film "Purple Rain" erhält er 1985 sogar einen Oscar. "Lovesexy" ist 1988 das erste Album, das es nicht in die Top Ten schafft (trotz dem Single-Knaller "Alphabet St."), prompt prophezeien ihm Kritiker das Ende der Karriere. Im gleichen Jahr gibt es erstmals Streit mit dem Label, das "Black Album" wird wegen zu drastischer Texte ausrangiert. 1992 erhält Prince einen neuen Vertrag von Warner, der ihm für sechs Alben ca. 100 Millionen Dollar (!) garantiert. Doch kurz darauf ändert Prince seinen Namen in ein unaussprechbares und vor allem unschreibbares Symbol. Gewiss ist 'Prince' für einen revolutionär gesinnten jungen Mann ein unmöglicher Name, doch das hätte er sich wohl früher überlegen müssen. Kein Wunder, dass das Label nicht entzückt ist: In der Folge entsteht ein endloser Streit, in dessen Verlauf sich Prince "Slave" auf die Wange schreibt und der auch kein Ende findet, als ein britischer Journalist den Kompromiss TAFKAP, "The Artist Formerly Known As Prince" für ihn erfindet. 1996 endet der "Knebelvertrag", endlich ist Zeit für "Emancipation". Doch die alte Gelassenheit findet der kleine Mann erst mit "Rave Un2 the Joy Fantastic" wieder. Soll er nun "Symbol", "The Artist", Torfkopp oder doch wieder Prince heißen wollen, die Innovation, die er in die Musikwelt brachte, ist keineswegs gering zu schätzen. Und obwohl er mit seiner Musik viele Kollegen inspiriert, auf kaum einen anderen trifft der Spruch wohl mehr zu als auf den Mann, der am liebsten im Falsett singt: Entweder du magst ihn, oder du wirst ihn niemals mögen. 2002 veröffentlicht das Londoner Label Rex Records eine Tribute-Platte, auf der junge Elektro- und Indierock-Bands sich vorzustellen versuchen "If I Was Prince". 2002 If I Was Prince (Tribute Album) 1999 Rave Un2 the Joy Fantastic 1999 The Vault ... Old Friends 4 Sale 1998 Crystal Ball 1996 Emancipation 1996 Chaos And Disorder 1995 The Gold Experience 1994 Come 1992 The Love Symbol Album 1991 Diamonds and Pearls

