Lange Zeit galt Penelope Houston als ungekrönte Königin des Neo-Folk. Mit einem Standbein im Punk und dem Spielbein im Folk avancierte Penelope Houston zur prägnan-testen Stimme einer äußerlich sanften, aber innerlich radikalen Generation von Songwriter und Songwriterinnen, die Anfang der Neunziger von San Francisco aus die Musik-Welt mit einem frischen, unprätentiösen Folk-Ver-ständnis überraschten. 7 Alben brachte die kämpferische junge Frau, die ihr Artwork gern mit subtil-ironischer Drohg...
Lange Zeit galt Penelope Houston als ungekrönte Königin des Neo-Folk. Mit einem Standbein im Punk und dem Spielbein im Folk avancierte Penelope Houston zur prägnan-testen Stimme einer äußerlich sanften, aber innerlich radikalen Generation von Songwriter und Songwriterinnen, die Anfang der Neunziger von San Francisco aus die Musik-Welt mit einem frischen, unprätentiösen Folk-Ver-ständnis überraschten. 7 Alben brachte die kämpferische junge Frau, die ihr Artwork gern mit subtil-ironischer Drohgebärde versieht, zwischen 1988 und 2000 unter die Leute. Mit Eighteen Stories Down legt sie nun eine liebevoll ausgesuchte Zusammenstellung einiger ihrer besten Songs vor. Mehr als nur ein ‚Best Of...'-Album, enthält Eighteen Stories Down aber auch ein paar unerwartete Schätze - und vier brandneue Songs. Fight 609, Hole, Soul Redeemer und Buffallo Ballet heißen die neuen Songs, die Penelope Houston auch heute noch unverwechselbar zeigen. Ihre Sentimentalität ist immer ein wenig bittersüß (Fight 609), ihre Überredungskunst immer ein bißchen soapy (Hole), ihre Wut immer leicht sarkastisch-bluesy (Soul Redeemer) und ihre Zärtlichkeit immer ansatzweise spröde (Buffalo Ballet) - die Songs bringen die Essenz PENELOPEs schön auf dem Punkt. Ein weiteres Highlight des Albums ist der Opener Corpus Christi. Gemeinsam mit Green Day-Mastermind Billy Joe Armstrong eingespielt, erweckt Corpus Christi einen Songs ihrer ersten Punk-Band The Avengers zu neuem Leben. Als Bonmot erhält man dazu Blackeyed Peas, ursprünglich die B-Seite zur Single Tongue, die in Deutschland nie erschien. Der Rest des Albums ist Geschichte - Penelopes Geschichte. Voices stammt von ihrem ersten Album Birdboys, erschienen 1987 auf dem San Francisco-Label Subterranean und eines der unterschätztesten Singer/Songwriteralben der jüngeren Vergangenheit, On Borrowed Time und Qualities Of Mercy kommen vom 1993er Album The Whole World. Karmal Apple wurde 1994 auf Normal veröffentlicht und enthielt Water Wheel und Ride. 1996 landete Penelope Houston ihren ersten Major-Deal: Glad I'm A Girl, Sweetheart und White Out stammen von Cut You, das im selben Jahr veröffentlicht wurde. The Ballad Of Happy Friday, Scum, Tongue und Worm befinden sich allesamt auf dem bisher letzten Studio-Album Tongue und wurden fein für Eighteen Stories Down ausgewählt. Eighteen Stories Down ist eine Sammlung von Penelope-Perlen, wie sie besser kaum sein könnte. Alle Facetten der eigenwilligen Songwriterin, die in der San Franciscan Bay Area lebt, sind darauf enthalten. Was will man auch mehr? Ihre ersten musikalischen Gehversuche machte die in Los Angeles geborene und in Seattle aufgewachsene Penelope Houston als Sängerin der Punk-Kombo The Avengers, die 1978 die Sex Pistols supportete und während ihrer kurzen Karriere zwei EPs einspielte. Nach deren Auflösung begab sich Penelope Houston auf künstlerische Wanderjahre und schrieb sich als Studentin der Malerei in San Francisco ein. Nach ihrem ausschließlich mit akustischen Instrumenten auf-genommenen Solo-Debut Birdboys (1988) zeugten mehrere heute mit Kult-Status behaftete Tape-Releases zwischen 1990 und 1992 von ihrer Kreativität. Fünf Jahre später festigte das Nachfolge-Album The Whole World (1993) Penelope Houstons Status als Gallionsfigur der San-Francisco-Szene. Ihr drittes Album Karmal Apple (1994) gehört heute zum Pflichtprogramm jedes Fans neuer amerikanischer Akustik-Klänge. Mit Cut You (1996) gab sie ihren Einstand bei Warner, danach verlegte sie ihren Wohnsitz von Bernal Heights, San Francisco, nach Oakland auf der anderen Seite der Bay, feuerte ihr komplette Band und spielte in Kooperation mit Chuck Prophet (Green On Red) das Album Tongue (1999) ein. 2000 erschien dann eine Compilation mit dem Titel Once In A Blue Moon auf dem kleinen Label Orchard.
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