Nitzer Ebb werden heute in einem Atemzug mit Front 242 als die Wegbereiter der aggressiv-rhythmischen, elektronischen Tanzmusik genannt, die seither unter der Bezeichnung EBM (Electronic Body Music) firmiert. Losgetreten wurde das Ganze im Falle Nitzer Ebbs 1982, als sich die Engländer Bon Harris, David Gooday und Douglas Mc Carthy zusammen fanden, um brachiale Sequenzerbeats mit angsteinflößenden Shoutingvocals zu mischen. In der Metropole London erspielte sich das Trio zügig Anhänger und d...
Nitzer Ebb werden heute in einem Atemzug mit Front 242 als die Wegbereiter der aggressiv-rhythmischen, elektronischen Tanzmusik genannt, die seither unter der Bezeichnung EBM (Electronic Body Music) firmiert. Losgetreten wurde das Ganze im Falle Nitzer Ebbs 1982, als sich die Engländer Bon Harris, David Gooday und Douglas Mc Carthy zusammen fanden, um brachiale Sequenzerbeats mit angsteinflößenden Shoutingvocals zu mischen. In der Metropole London erspielte sich das Trio zügig Anhänger und das Jahr 1985 sah die Veröffentlichung der Single "Isn't It Funny How Your Body Works". So richtig ins Rollen kam die Karriere allerdings erst mit der Veröffentlichung der Platte "That Total Age", die bis heute in keiner gut bestückten Elektrosammlung fehlen sollte. Mittlerweile schwitzten sich auch Szenegänger in Amiland bei Tanzflächenfegern wie "Murderous" oder "Let your body learn" die Seele aus dem Leib und spätestens als die Jungs bei den Labelkollegen Depeche Mode 1988 auf deren Europatournee als Vorgruppe losbrüllen durften, war der Underground-Kultstatus gefestigt. Nach einigen Bandumbesetzungen veröffentlichten Harris und Mc Carthy "Showtime" 1990 als Duo und gingen erstmals auf eigene Welt-Tournee. Dennoch bezichtigten viele Die Hard-Fans die Band der Annäherung an die Kommerzialität und ließen von ihr ab. 1991 erschien die sehr empfehlenswerte EP "As is", worauf vor allem das melancholische (!) "Come Alive", einer ihrer schönsten Songs der Spätphase, überraschte. "Ebbhead" wartete im Sinne der bandinternen Weiterentwicklung erstmals mit konventionellen Rockinstrumenten auf, die Idee der elektronischen Härte wurde aufgegeben, die Absatzzahlen waren jedoch wenig berauschend. "Big Hit" sollte 1995 nocheinmal zum großen Umschwung von den Elektrohelden der 80er hin zu wahren Alternative-Stars werden und geriet zum eher peinlichen Flop in der Bandgeschichte verbunden mit der unglücklichsten Wahl eines Plattentitels. Niemand interessierte sich für Nitzer Ebbs Gähn-Crossover, der vor allem auch herausstellte, dass perfekte Sequenzerbedienung nicht automatisch anspruchsvolles Songwriting impliziert. Nach der Tour zum Album legte die Band eine Pause ein, aus der schließlich still und heimlich die Auflösung wurde. Studiofreak Bon Harris vertiefte fortan seine Kenntnisse im Produzieren. Sein Name taucht unter anderem in Verbindung mit Marilyn Manson-Scheiben auf. McCarthy nahm 1997, wie schon fünf Jahre zuvor (beim Alex Harvey-Klassiker "Faith Healer") erneut eine Einladung Alan Wilders für dessen Projekt Recoil an und veredelte zwei Songs der Scheibe "Unsound Methods" mit seinem Organ. 1999 munkelt man von einer Kollaboration McCarthys mit Detroit-Techno-Protagonist Richie Hawtin (Plastikman). Ob daraus aber etwas wurde, darf bezweifelt werden. 1995 Big Hit 1992 Ebbhead 1990 Showtime 1989 Belief 1988 So Bright So Strong 1987 That Total Age

