Die Rolling Stones stehen seit 40 Jahren auf der Bühne. Somit könnte man sie als die dienstälteste Boyband der Musikgeschichte bezeichnen. Einspruch! werden einige entrüstet schreien. Mick Jagger und Keith Richards, eine Boyband? Niemals! Langsam Freunde! Bei den ersten Shows der Stones kreischten die jungen Damen genauso ekstatisch, wie die Kiddies heutzutage, bis sie schließlich dehydriert kollabierten. Eine Tatsache, ein Instinkt, ein Phänomen. Wie lange wird es dieses bedingungslose Anh...
Die Rolling Stones stehen seit 40 Jahren auf der Bühne. Somit könnte man sie als die dienstälteste Boyband der Musikgeschichte bezeichnen. Einspruch! werden einige entrüstet schreien. Mick Jagger und Keith Richards, eine Boyband? Niemals! Langsam Freunde! Bei den ersten Shows der Stones kreischten die jungen Damen genauso ekstatisch, wie die Kiddies heutzutage, bis sie schließlich dehydriert kollabierten. Eine Tatsache, ein Instinkt, ein Phänomen. Wie lange wird es dieses bedingungslose Anhimmeln von Boybands wohl noch geben? fragen sich Musikexperten schon seit vielen Jahren. „Solange der liebe Gott kleine Mädchen produziert“, erklärt einer, der es wissen muss: der millionenschwere Geschäftsmann Louis J. Pearlman. Seit er in den 90er Jahren aus blutjungen Grünschnäbeln die Backstreet Boys, *N SYNC, LFO und O-Town formte und mit ihrer Hilfe bis zum heutigen Tag geschätzte 80 Millionen US-Dollar umsetzte, adelten ihn der US-Nachrichtensender CNN und die Creme der US-Talkmaster wie Larry King, David Letterman und Jay Leno regelmäßig mit dem höchsten Ritterschlag, den das US-Entertainment zu vergeben hat: „The King of Pop“. Sorry Michael! Mitte der 90er Jahre stampft Pearlman ein Imperium aus dem Boden: An der Sand Lake Road in Orlando/Florida entstehen mehrere Tonstudios, Übungs-Räume , Tanz- und Workout-Studios. Ein gigantisches Trainingscamp für junge Talente, die aus der ganzen Welt nach „O-Town“ kommen, um von dort aus, genau wie Britney Spears oder Christina Aguilera, ihre Superstar-Karriere zu starten. Ende der 90er verirrt sich Pearlman in seinem eigenen Königreich, landet auf der Suche nach einem Mitarbeiter in einem schweißtriefenden Übungsraum, in dem es riecht wie in der Jungs-Umkleidekabine der zehnten Klasse jedes deutschen Gymnasiums. Schlange trifft Hase oder besser: Pearlman trifft J, Patrick, Michael, Ben und Mark, fünf blutjunge, bildhübsche, megatalentierte Burschen, die sich Natural nennen. Neben dem typischen Boyband-Acapella und der im Genre gängigen Choreografie beherrschen sie ihre Instrumente virtuos. Pearlman lässt sie rocken, tanzen, singen. Sein Entdecker-Herz jubelt wie das von Columbus gejubelt haben muss, als er auf der Suche nach Indien ebenfalls versehentlich auf Nord-Amerika stieß. Pearlman signt Natural auf seinem Label Trans Continental Records, nimmt mit ihnen die erste Single „Put Your Arms Around Me“ aus der Feder von Steve Kipner („Genie In A Bottle“, C. Aguilera) auf, vertreibt die CD in so genannten Non Traditional Outlets wie Kosmetik-Boutiquen und verkauft in nur wenigen Wochen 800.000 Einheiten in den USA, was Natural bis auf Platz 9 der US-Billboard Single Sales Charts katapultiert – und das, ohne den Support einer Major Record Company. Zusammen mit BMG Ariola München-Geschäftsführer Jan Bolz - die beiden langjährigen Freunde starteten bereits die Weltkarrieren der Backstreet Boys und *N SYNC von deutschem Boden aus – setzt er auf das bewährte Geschäftsmodell: Natural ziehen nach Deutschland, wo sie vor den Toren Münchens ein Einfamilienhaus bewohnen, und sollen von hier aus die Welt erobern. Der Plan geht auf: RTL ist von Natural begeistert und sichert dem Projekt mit einer einzigartigen Koop volle Unterstützung zu. Die Singles „Put Your Arms Around Me“ und „Let Me Count The Ways” landen in den Airplay-Top 10 und in den Top 20 der deutschen Verkaufscharts. Natural begeistern im Vorprogramm der Westlife-Tour und erspielen sich im Rahmen ihrer BRAVO SECRET TOUR (eine Koop mit Europas größter Teenie-Bibel) die Herzen von Fans und Kritikern zugleich. In nur wenigen Wochen zählen sie zu festen Größen der Teeniepresse, Dauergästen der Clip-Kanäle, des Boulevard-TVs und begeistern als Headliner der größten Sommer-Radio-Festivals die Republik. Mit einer bisher nie da gewesenen Story sorgen Natural zusätzlich für Aufsehen: Für die Teeniezeitschrift „YAM!“ unterziehen sie sich einem Drogen-Haartest, der negativ ausfällt. Natural beweisen, dass ihr Bandname Programm ist: „Keep it Natural. Wir sind clean und haben noch nie Drogen genommen“, lautet das offizielle Statement der Band. Am 02.09.02 erscheint nun endlich das lang ersehnte Album der fünf Herzensbrecher aus dem sonnigen Florida: „Keep It Natural“. 13 Tracks, mit denen Natural das Wort Band „back into Boyband“ bringen: Sie singen und spielen nicht nur jede Tonspur selbst ein, sie verschaffen ihren Songs einen Glanz, der nur mit diesem Fünkchen Genialität gelingt, das nötig ist, um ein Stück Musik zum Strahlen zu bringen. Allen voran die dritte Single „Will It Ever“ – ein Up-Tempo-Knaller, der selbst die starken Vorgänger-Singles in den Schatten stellt und das Zeug zum All-Time-Favorit hat. Mit „I Count The Minutes“ verewigt sich die Balladen-Königin Diane Warren zur Abwechslung mal mit einer schnellen Nummer auf dem Natural-Debüt. Auch bei „(Can’t Live Without Your) Love And Affection“ oder „It’s Your Love“ kommen Fans von Eighties-Rock-Pop auf ihre Kosten: Große Hymnen wie die von Boston, REO Speed Wagon, Styx oder Journey . Ein Vibe, der sich wie ein roter Faden durch „Keep It Natural“ zieht und somit inhaltlich längst die Grenzen des Genres sprengt. Ein Potential, dass längst auch außerhalb der jugendlichen Zielgruppe begeistert. Das romantische „Runaway“ ist ebenfalls ein sicherer Single-Kandidat, zählt der Track bereits seit dem ersten Live-Konzert von Natural zu den absoluten Favoriten der eingeschworenen Fangemeinde. Mit “Paradise“ (Musik & Text: Natural) und „I’ll Be Back For More” knüpfen Natural an die großen Hooklines eines Gary Barlows von Take That nahtlos an. Und wenn Natural auf „Human Being Human“ mit Brit-Pop liebäugeln oder mit „Ancient History“ auf *N SYNCs Spuren wandeln, ist das ebenso legitim wie die Chuck Berry-Adaptionen der frühen Beatles – übrigens die Boyband der allerersten Stunde.

