Monserrat Caballé wird am 12. April 1933 in Barcelona geboren. Mit neun Jahren beginnt sie, am dortigen Liceo zu studieren, unter anderem bei Eugenia Kenny und Napoleone Annovazzi. 1954 gewinnt sie die vom Liceo vergebene Goldmedaille im Fach Gesang und hat zugleich in Barcelona ihr Konzertdebüt mit ihrer Rolle in Pablo Casals Oratorium El pesebre. Ihr Studium beschließt sie in Mailand. 1956 wird Monserrat Caballé Mitglied der Basler Oper, zunächst nur mit kleinen Rollen, bis sie bei einer A...
Monserrat Caballé wird am 12. April 1933 in Barcelona geboren. Mit neun Jahren beginnt sie, am dortigen Liceo zu studieren, unter anderem bei Eugenia Kenny und Napoleone Annovazzi. 1954 gewinnt sie die vom Liceo vergebene Goldmedaille im Fach Gesang und hat zugleich in Barcelona ihr Konzertdebüt mit ihrer Rolle in Pablo Casals Oratorium El pesebre. Ihr Studium beschließt sie in Mailand. 1956 wird Monserrat Caballé Mitglied der Basler Oper, zunächst nur mit kleinen Rollen, bis sie bei einer Aufführung von Giaccomo Puccinis La bohème eine erkrankte Kollegin mit außerordentlichem Erfolg vertritt. Während der folgenden drei Jahre erarbeitet sich die junge Sängerin in beachtlicher Geschwindigkeit das Repertoire ihres Stimmfaches: schon bald beherrscht sie lyrische wie auch dramatische Partien wie Pamina (Zauberflöte), Tosca, Aida, sowie Arabella, Chrysothemis und selbst Salome von Richard Strauss. 1959 wird Monserrat Caballé in Bremen engagiert, wo sie zum ersten Mal Violetta (La traviata)und Tatiana (Eugen Onegin) verkörpert, ein Jahr später singt sie an der Mailänder Scala eines der Blumenmädchen in Wagners Parsifal. Aber trotz etlicher renommierter Gastauftritte in Wien, Lissabon oder Mexiko-City, will sich ihre Karriere nicht im gewünschten Maße entwickeln. So denkt die Koloratursopranistin schließlich sogar daran, ihren Beruf aufzugeben. Da kommt ihr ein Zufall zu Hilfe: am 20. April 1965 springt Monserrat Caballé, praktisch ohne Möglichkeit zum Proben gehabt zu haben, für Marilyn Horne in einer konzertanten Aufführung von Donizettis Lucrezia Borgia in New York ein - und erlebt einen sensationellen Triumph. Quasi über Nacht erlangt sie internationales Ansehen und wird eine gefeierte Donizetti-Interpretin, so dass speziell ihretwegen damals kaum gespielte Opern des italienischen Komponisten wieder aufgeführt werden. Monserrat Caballés internationale Karriere ist nun unaufhaltsam und gestaltet sich rasant: Sie singt die Elisabetta I in Roberto Devereux, die Maria Stuarda, die Parisiana und Gemma di Vergy. 1965 debütiert sie beim Glyndebourne Festival mit der Marschallin (Rosenkavalier) und der Contessa (Le nozze di Figaro) und wird von der Metropolitan Opera als Marguerite (Faust) nach New York eingeladen, sie singt wieder an der Scala (Lucrezia Borgia, Maria Stuarda, Norma und Amelia in Un ballo in maschera) und ab 1972 auch am Covent Garden (Violetta und die Leonora in Il trovatore). Monserrat Caballé wird eine der führenden Koloratursopranistinnen der siebziger und achtziger Jahre. Im Gegensatz zu Maria Callas legt sie wenig Wert auf dramatische, sondern fast ausschließlich auf die musikalische Darstellung - die weithin gerühmt wird. Am bekanntesten sind ihre intelligenten Verdi- und Donizetti-Interpretationen, doch reicht ihre Spannbreite von leicht und mühelos vorgetragenem Belcanto und der reichen fioritura von Rossini-Arien einerseits bis hin zu Wagner-Partien wie Isoldes Liebestod andererseits. Monserrat Caballé erscheint im EMI Classics-Katalog auf zahlreichen berühmten Einspielungen. So zum Beispiel singt sie auch die Elisabetta di Valois in dem als Referenzaufnahme geltenden Don Carlo mit Placido Domingo und Sherril Milnes unter Carlo Maria Giulini von 1971, der in der Serie Great Recordings of the Century erschienen ist. Weiterhin ist in dieser Serie ihre berühmte Aida (mit Domingo, Cossotto, Cappuccilli unter Muti) wiederaufgelegt worden. Für diese Reihe werden die Aufnahmen nach neustem technischem Standard überarbeitet, so dass sie in optimal restaurierter Klangqualität vorliegen. Außerdem ist in der EMI Electrola Recital-Serie Lieder & Arias im August 2001 eine Doppel-CD erschienen, die Opernarien von Bellini, Verdi und Puccini aber auch (als CD-Premiere) unbekannte Lieder der spanischen Komponisten Turina und Montsalvatge enthält, begleitet am Klavier von Alexis Weissenberg. Zu Montserrat Caballés 70. Geburtstag im April 2003 hat EMI Classics nun in ihrer Sänger-Serie The Very Best of eine Doppel-CD mit Highlights aus den umfangreichen Opern- wie Liedaufnahmen der Künstlerin herausgebracht.
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