Warriors Of The Rainbow Bridge – beileibe kein x-beliebiger Albumtitel, der einfach nur bedeutsam klingen soll. Sondern einer mit Aussagekraft, mit Vorgeschichte und großer Symbolik. Und einer, den Molly Hatchet bewusst in Gedenken an Bobby Ingrams verstorbener Ehefrau Stephanie gewählt haben. „Sie war ein unersetzlicher Bestandteil meines Lebens und dem von Molly Hatchet. Sie starb völlig unerwartet im April 2004, während ich mich mit der Band mitten auf einer Amerikatournee befand. Ihr ist...
Warriors Of The Rainbow Bridge – beileibe kein x-beliebiger Albumtitel, der einfach nur bedeutsam klingen soll. Sondern einer mit Aussagekraft, mit Vorgeschichte und großer Symbolik. Und einer, den Molly Hatchet bewusst in Gedenken an Bobby Ingrams verstorbener Ehefrau Stephanie gewählt haben. „Sie war ein unersetzlicher Bestandteil meines Lebens und dem von Molly Hatchet. Sie starb völlig unerwartet im April 2004, während ich mich mit der Band mitten auf einer Amerikatournee befand. Ihr ist dieses Album gewidmet. Stephanie war ein wichtiges Mitglied der Molly Hatchet-Familie und hat jetzt die Regenbogenbrücke, also die Brücke ins Jenseits, überquert. Sie weilt noch immer unter uns, nur jetzt eben auf der anderen Seite der Brücke.“ Für Ingram bedeutete dieser bittere Schicksalsschlag im vergangenen Frühjahr, sich in den Folgemonaten nur noch umso intensiver in die Arbeiten am neuen Molly Hatchet-Album zu stürzen. Natürlich hatte der tragische Vorfall einen enormen Einfluss auf sein Songwriting. „Eine Menge großer Gefühle waren im Spiel, als ich anfing, die Songs für Warriors Of The Rainbow Bridge zu schreiben“, erklärt Ingram. Der Gitarrist nutzte diese Emotionen dazu, das bis dato intensivste und dynamischste Album seiner Band zu schreiben. Die Scheibe zeigt Molly Hatchet so, wie es die Fans lieben. Ingram nennt dies ein „high intensity kick ass southern rock boogie album“ und verweist auf die – wie er es formuliert – „…big time heavy production.“ Er sagt: „Es ist die härteste und packendste Scheibe, die wir jemals aufgenommen haben. Sie ist tief im Southern Rock verwurzelt und klingt ambitioniert bis in die letzte Note. Southern Rock ist nicht nur eine Musikrichtung, sondern eine Lebensphilosophie.“ Eine solche Weltanschauung erkennt man in jedem einzelnen Song, in jeder einzelnen Textzeile, die Sänger Phil McCormack verfasst hat. Mit ´Son Of The South` präsentieren Molly Hatchet gleich als Opener eine echte Southernrock-Hymne. „Die perfekte Radio-Nummer“, erklären Molly Hatchet, die den Song bereits vor Veröffentlichung in ihren Konzerten vorgestellt und dafür großartige Resonanzen erhalten haben. „Die Fans waren total begeistert und sagten, dass dieses Stück schon jetzt zu den Molly Hatchet-Klassikern zählt.“ Gleiches gilt auch für ´Rainbow Bridge`, ein 7minütiges Epos, das sich langsam aber stetig aufbaut und in einer langen, furiosen Jam-Session kulminiert. „Ein wunderbarere Song, der ganz in der Tradition dieser Band steht“, umschreibt Ingram die Faszination, die von diesem Track ausgeht. An anderer Stelle rocken Molly Hatchet nach Herzenslust und lassen etwa in ´Moonlight Dancin` On The Bayou` die Gitarren hemmungslos brüllen. O-Ton Ingram: „A strong, swampy type rock´n`roll boogie song“ Logisch, dass sich der Molly Hatchet-Boss nicht nehmen ließ, das Album selbst zu produzieren. „Als Musiker kennt man sich und seine Vorstellungen am allerbesten. Man vermeidet Reibungsverluste, wenn man als Komponist gleichzeitig auch der Produzent ist.“ Molly Hatchet setzen mit Warriors Of The Rainbow Bridge auch weiterhin auf große Kontinuität. Die aktuelle Besetzung besteht aus Phil McCormack (Gesang), Bobby Ingram (Gitarre), Shawn Beamer (Drums & Percussion) und John Galvin (Keyboards, Gesang). Zurückgekehrt ist der langjährige Gitarrist Dave Hlubek, neu in der Band ist Bassist Tim Lindsey, der zuvor bei den Southern Rock-Freunden von Lynyrd Skynyrd spielte. GESCHICHTE Der ungewöhnliche Name der Band geht auf die liebeshungrige Dame Miss ‘Molly Hatchet’ zurück, die im 17. Jahrhundert lebte und ihre Liebhaber nach geleisteten Liebesdiensten angeblich köpfen ließ. 1978 erschien das selbstbetitelte Erstwerk der Band und verkaufte sich nahezu eine Million Mal. Noch im gleichen Jahr tourten Molly Hatchet mit Aerosmith und Bob Seeger, zwölf Monate später erschien Flirtin’ With Disaster (1979). Auch das dritte Album Beatin’ The Odds (1981) avancierte zum Topseller, fand über zwei Millionen Käufer und stieg in den Billboard Charts bis auf Platz 25. Als unverkennbares Markenzeichen entwickelte sich der aus der Feder des amerikanischen Fantasy-Zeichners Frank Frazetta stammende und regelmäßig auf dem Coverartwork der Alben wiederkehrende Krieger. Auch ihr viertes Werk Take No Prisoner (1981) schaffte es direkt in die Billboard Charts. Zwei Jahre später präsentierten Molly Hatchet den hervorragenden Longplayer No Guts...No Glory, (inklusive der Hymne ‘Fall Of The Peacemakers’). Das ‘84er Opus The Deed Is Done stieß erstmals auf zwiespältige Reaktionen. Während manche dem Album attestierten, konsequent am Bluesrock- und Boogie-Feeling festzuhalten, bemängelte Andere den allzu glatt polierten Sound. Doch schon mit dem in Dallas und Jacksonville aufgezeichneten Live-Album Double Trouble Live (1985) konnten Molly Hatchet die Fangemeinde wieder hinter sich vereinen. Vier Jahre später erschien das achte Album Lightning Strikes Twice. Dann folgte eine fast 7jährige Pause, die erst 1996 mit Devil’s Canyon endete. „Es war nach all den Jahren immer noch ein großartiges Gefühl, eine Gitarre in die Hand zu nehmen, sie an den Verstärker anzuschließen und dann loszulegen“, freute sich Ingram über das gelungene Comeback. „Devil´s Canyon brachte uns auf die Landkarte der Rockmusik zurück.“ Knapp zwei Jahre und unzählige Konzerte später legten Molly Hatchet ihr elftes Album Silent Reign Of Heroes vor, gefolgt von einer 18monatigen Welttournee und dem stimmungsvollen Kingdom Of XII. „Silent Reign Of Heroes war zwar nicht unbedingt ein düsteres Album, aber durchaus eines, das die dunklere Seite der Band repräsentierte. Mit Kingdom Of XII regierte wieder der pure Spaß“, vergleicht Ingram die beiden Studiowerke. „Es ist ein Album für Biertrinker, für Leute die Spaß daran haben, die Rebellenflagge wieder zu hissen.“ Schon wenige Wochen nach Veröffentlichung standen Molly Hatchet in Deutschland wieder auf der Bühne, um die Aufnahmen für ihr 2003er Livealbums Locked And Loaded zu komplettieren. Mit Warriors Of The Rainbow Bridge läutet die Band nun die zweite Phase ihrer Karriere ein. Denn, so Ingram: „Molly Hatchet gibt es seit über 25 Jahren. Wer weiß, ob wir uns nicht erst in der Mitte unserer Schaffensphase befinden.“

