Satte 30 Jahre sind LOS LOBOS schon unterwegs, und wenn man eines nicht tun kann, ist es ihnen Stillstand vorzuwerfen. Mit Sicherheit hat ihr Achtziger-Jahre-Hit La Bamba ihnen zwar weltweite Erfolge eingebracht, ist aber ihrem Ruf als integre Rock-Blues-Fusion-Band zumindest in unseren Breitengraden nicht unbedingt zuträglich gewesen. Dabei haben LOS LOBOS erst im letzten Jahr mit ihrem Album Good Morning Aztlán bewiesen, dass sie wesentlich mehr als Partyanheizer draufhaben und durchaus wis...
Satte 30 Jahre sind LOS LOBOS schon unterwegs, und wenn man eines nicht tun kann, ist es ihnen Stillstand vorzuwerfen. Mit Sicherheit hat ihr Achtziger-Jahre-Hit La Bamba ihnen zwar weltweite Erfolge eingebracht, ist aber ihrem Ruf als integre Rock-Blues-Fusion-Band zumindest in unseren Breitengraden nicht unbedingt zuträglich gewesen. Dabei haben LOS LOBOS erst im letzten Jahr mit ihrem Album Good Morning Aztlán bewiesen, dass sie wesentlich mehr als Partyanheizer draufhaben und durchaus wissen, wie man den Blues spielt. 1973 finden sich LOS LOBOS an einer High School in Ost Los Angeles zusammen. Sie gründen eine Band und nennen sie LOS LOBOS. 30 Jahre ziehen sie nicht nur durch die Welt, sondern auch durch endlos wechselnde Landschaften musikalischer Stilrichtungen. Ihre Grundausrüstung: Rock’n’Roll mit einer herzhaft gewürzten Mischung aus mexikanischen Traditionals, mit denen sie aufwuchsen. Blues, Rock’n’Roll, Texmex, karibische Klänge, Gospel, Pop und Rock. Das Repertoire von LOS LOBOS ist unerschöpflich. Was sollte man auch erwarten von einer Band, die im Laufe ihrer Karriere stets und immer wieder aufs Neue mit großen Überraschungen aufwartete? Ihre Stilvielfalt ist geprägt von der Geschichte ihrer Entwicklung, und diese reicht von traditioneller mexikanischer Musik auf La Pistola y el Corazon (1998) über den griffigen Party-Crossover-Hit La Bamba (1987) bis hin zum Formenspiel, das Erzählungen in die Musik integrierte (Kiko (1992) und Colossal Head (1996)). Aber bei LOS LOBOS ging es schon immer mehr als nur um die Musik: Die Urbesetzung ist bis heute unverändert geblieben, mit der Ausnahme, dass Steve Berlin sich 1983 dazu gesellte. "Es ist ein langer Weg gewesen," erklärt Louie Perez den Werdegang der Band, zu der neben ihm David Hidalgo, Conrad Lozano, Cesar Rosas und Steve Berlin gehören. "Und was am Ende die Essenz ist, heißt Freundschaft. Wir sind auf die Erde gesetzt worden, um Musik zu machen. Und das ist das, worin wir gut sind." Auch THE RIDE feiert die Freundschaft, und zwar jene, die durch Musik zu Leben erweckt wird. In diesem Falle reicht das Ansinnen zudem weit über den Kern der Band, denn das 12. Album The Ride wartet mit einer ganzen Reihe von Überraschungsgästen auf. Darunter finden sich Bobby Womack, Richard Thompson, Elvis Costello, Tom Waits, Mavis Staples, Ruben Blades, die Newcomer Cafe Tacuba und die pan-latinischen Folkrocker Quetzal. Im vollen Bewusstsein der eigenen Erfahrungen erlauben LOS LOBOS sich überdies die Extravaganz, neues und aufgefrischtes altes Material miteinander zu vermischen. Oder, wie Perez es erklärt: "Wenn Du eine Platte machst, musst du damit eine ganze Weile leben. The Ride ist unsere Art zu sagen: Hey, ich hab vor zwanzig Jahren diese tolle Idee gehabt..." Dementsprechend begegenen dem LOS LOBOS-Vertrauten die eine oder andere Perle, nach der er womöglich des öfteren in seiner Plattensammlung tauchte, die nun aber eine ganz andere farbe bekommen hat. So stammt das bluesige Wicked Rain vom 1992-er Album Kiko und wird ganz unverschämt mit dem R&B Klassiker Across 104th Street gekreuzt (klar, dass hier Bobby Womacks Einsatz fällig ist). A Matter Of Time, ursprünglich vom 1984er Album How Will The Wolf Survive, findet Unterstützung von Elvis Costello, der aus Zeitgründen nicht ins Studio kommen konnte und seinen Einsatz flugs während eines Soundchecks in Oslo einspielte. "Das war wie Weihnachten," so Perez. "Wir standen da und warteten auf Elvis Costello, und als er kam, da war es Bescherung." Auch die neuen Tracks glänzen mit Kooperationen vom Feinsten. Mitchell Froom, Produzent fünfer LOS LOBOS-Alben zwischen 1990 und 2000, hat seinen Einsatz auf Rita, Richard Thompson liefert seine Gitarrenstakkati und seine typischen Vocals auf Wreck Of Carlos Rey. Produziert haben die Jungs das Album diesmal wieder selbst, eingespielt wurde es im bewährten Caesar’s House in Los Angeles.

