Seit der Gründung im Dezember 1995 auf einer Party in Edinburgh hat sich die schottische Band Idlewild Schritt für Schritt nach oben gearbeitet. Was als Punkband mit der Attitüde zorniger junger Männer begann, entwickelte sich zu einer der besten britischen Rockbands unserer Tage. Inzwischen genießen die Schotten auch in den USA Kultstatus und viele junge britische Bands nennen sie als wichtige Vorbilder. Was kaum wundert, denn auf das Schreiben von Songs, die brillant Wut und Leidenschaft, ...
Seit der Gründung im Dezember 1995 auf einer Party in Edinburgh hat sich die schottische Band Idlewild Schritt für Schritt nach oben gearbeitet. Was als Punkband mit der Attitüde zorniger junger Männer begann, entwickelte sich zu einer der besten britischen Rockbands unserer Tage. Inzwischen genießen die Schotten auch in den USA Kultstatus und viele junge britische Bands nennen sie als wichtige Vorbilder. Was kaum wundert, denn auf das Schreiben von Songs, die brillant Wut und Leidenschaft, Lärm und Melodie verbinden, verstehen sich Sänger Roddy Woomble und Gitarrist Rod Jones in der Tat hervorragend. Dieses Talent spiegelt sich denn auch auf dem vierten Studioalbum, "Warnings/Promises", das die Band nicht nur musikalisch, sondern auch personell verändert präsentiert. Bis die Arbeiten am neuen Album in Angriff genommen werden konnten, durchlebten Idlewild eine turbulente Zeit. Während der letzten Europatournee Ende 2002 verließ Bob Fairfoull die Gruppe. Glücklicherweise fand sich in dem irischen Bassisten Gavin Fox (Ex-Turn) rasch adäquater Ersatz. Des Weiteren entschied sich die Band, als zweiten Gitarristen Allan Stewart fest zu engagieren. Bislang hatte Roddy Woombles ehemaliger Hausmitbewohner diese Aufgabe nur als Gast auf der Bühne übernommen. Nach einer mehrwöchigen Tournee durch die USA inklusive einiger Stadionkonzerte mit Pearl Jam kehrten Idlewild im Herbst 2003 nach Schottland zurück. Die Abgeschiedenheit der Highlands, die für konzentrierte Studioaufnahmen optimale Bedingungen schuf, bildete einen scharfen Kontrast zu New York, wo sich Roddy Woomble mittlerweile niedergelassen hatte. Und im Gegensatz zu den früheren Alben, bei denen Roddy Woomble und Rod Jones federführend komponierten, waren diesmal alle Musiker am Songwriting-Prozess beteiligt. Insbesondere die neuen Bandmitglieder sorgten dabei für frischen Wind. Gavin Fox ist nämlich nicht nur ein versierter Bassist, sondern auch ein guter Sänger, was erstmalig dreistimmige Vokalharmonien erlaubte. Auch beim Gitarrensound boten sich ganz neue Möglichkeiten. Während Rod früher immer mehrere Gitarrenspuren übereinander schichtete, entwickelte er nun im Zusammenspiel mit Allan Stewart auch im Studio eine Dynamik, wie man sie bislang nur von den Konzerten der Band kannte. Natürlich hat sich die musikalische Handschrift der Gruppe dadurch nicht komplett geändert. Gleichwohl klingen Idlewild jetzt spürbar reifer und stilistisch vielfältiger. Das gilt sowohl für die Folk- und Country-inspirierten "Welcome Home" und "Disconnected", als auch für den kantigen Rock von "Too Long Awake", den wuchtigen Psycho-Blues "I Want A Warning" und das majestätisch lärmende "The Space Between All Things". Songs, bei denen die Band einmal mehr ihre wahre Meisterschaft in der Kombination von Punk-Energie und Pop-Sensibilität offenbart. Für die finale Umsetzung der Songideen reisten Idlewild im Mai 2004 nach Los Angeles, wo sie mit dem Produzenten Tony Hoffer (Supergrass, Beck, Turin Brakes), wie sie selbst sagen, zwischen Margaritas, mexikanischem Bier, Barbecues, Swimmingpool und konzentrierter Studioarbeit den besten Sommer ihres Lebens verbrachten. Trotz eines sanft melancholischen Untertons hört man diese Leichtigkeit den zwölf Songs an, die es nach einem intensiven Auswahlverfahren auf das Album geschafft haben. Darunter befindet sich mit dem reizvollen, mehrstimmig intonierten "I Understand It" auch ein Song, den Idlewild mit ihrem Stammproduzenten Dave Eringa (Manic Street Preachers) bereits Anfang 2004 eingespielt hatten. Auch dieser im kalten Europa entstandene Track fügt sich harmonisch in das stimmige Album ein. "Warnings/Promises" ist der Nachfolger von "The Remote Part", das der Band im Herbst 2002 endlich den wohlverdienten Durchbruch bescherte. Das Album erreichte ohne Umwege Platz drei der britischen Charts und wurde von Fans und Kritikern gleichermaßen als der bis dato beste Longplayer der Gruppe bewertet. Auch wenn man es angesichts der Qualität von "The Remote Part" kaum für möglich hält, haben Idlewild sich mit "Warnings/Promises" erneut selbst übertroffen. Von der euphorischen Single "Love Steals Us From Loneliness" bis zur zarten Akustikballade "Goodnight" zelebrieren Idlewild klassisches Songwriting auf höchstem Niveau, wobei sie wieder einmal geradezu verschwenderisch mit schwelgerischen Popmelodien umgehen. Man höre etwa die zauberhaften Gitarrenpophymnen "Too Long Awake" und "El Capitan" oder die von Streicherklängen umrankte Gänsehaut-Nummer "Not Just Sometimes But Always". Tatsächlich ist "Warning/Promises" das vollkommenste Album, das Idlewild bislang veröffentlicht haben. Auch in den kommenden Jahren darf man weitere kreative Glanzleistungen des Quintetts erwarten. Daran lässt Roddy Woomble jedenfalls keinen Zweifel: "Wir haben jetzt die musikalischen Möglichkeiten und das nötige Selbstbewusstsein, um risikofreudige Alben aufzunehmen. Eins ist klar: Wenn ‚Warnings/Promises' noch erfolgreicher wird als die Vorgänger, ist alles möglich. Versprochen!"

