Mit ihrem fünften Studioalbum Agoraphobia, der zugleich ersten Veröffentlichung über ihre neue Plattenfirma Steamhammer/SPV, läutet die amerikanische Kultband Holy Mother ein voraussichtlich ereignisreiches Jahr ein. Der englische Begriff ´Agoraphobia` bedeutet im Deutschen ´Platzangst` und beschreibt einen zentralen thematischen Faden des neuen Studiowerks. „Viele der Songs drehen sich um Phobien allgemeiner Art, die Angst aus dem Haus zu gehen, die Furcht vor Fremden, und so weiter“, umsch...
Mit ihrem fünften Studioalbum Agoraphobia, der zugleich ersten Veröffentlichung über ihre neue Plattenfirma Steamhammer/SPV, läutet die amerikanische Kultband Holy Mother ein voraussichtlich ereignisreiches Jahr ein. Der englische Begriff ´Agoraphobia` bedeutet im Deutschen ´Platzangst` und beschreibt einen zentralen thematischen Faden des neuen Studiowerks. „Viele der Songs drehen sich um Phobien allgemeiner Art, die Angst aus dem Haus zu gehen, die Furcht vor Fremden, und so weiter“, umschreibt Sänger Mike Tirelli, der im vergangenen Jahr für die Dinslakener Newcomer Messiah´s Kiss deren Debütalbum Prayer For The Dying einsang und anschließend mit ihnen im Vorprogramm von Doro in ganz Deutschland tourte, die Stimmung der neuen Holy Mother-Songs. „Allerdings gibt es auch Stücke, die sich direkt mit Sex beschäftigen. Ein Song handelt von einer Sexbesessenen Nymphomanin, der Track ´Hunger For Ecstasy` wiederum von einem Typen, der in einer Diskothek versucht ein Mädchen kennen zu lernen, um mit ihr ins Bett zu gehen.“ Eindeutige Themen also, die eine ebenso unmissverständliche musikalische Vorgehensweise voraussetzen. Aufgenommen in Tirellis eigenen ´MJT Studios` in Long Island New York und im international angesehenen ´Karo-Studio` in Brackel vor den Toren Hamburg kennt Agoraphobia nur eine Marschrichtung: dynamischer Power Metal mit der Lizenz zum Mähne schütteln. Die aktuelle Holy Mother-Besetzung besteht aus Mike Tirelli (Leadgesang, Rhythmusgitarre, Background-Gesang), Bassist Randy Coven und Schlagzeuger Frank Gilchriest. Coven, der zwischenzeitlich bei Metalgrößen wie Yngwie Malmsteen und Steve Vai spielte, gehört neben Tirelli zu den Gründungsmitgliedern der Band. Schlagzeuger Frank Gilchriest spielte zuvor bei Virgin Steele und den Formationen Gothic Nights sowie Good Rats. Tatkräftige Unterstützung namhafter Musiker fand Tirelli bereits während der Vorproduktion und auch im Verlauf der eigentlichen Aufnahmen. Drummer John Macoluso (TNT, Yngwie Malmsteen) half Holy Mother beim Ausarbeiten der Stücke, Herman Frank (Victory, Moon´Doc) steuerte in Brackel einige Gitarren- und Bassparts bei. „Herman war eine tolle Hilfe“, lobt Tirelli den deutschen Musiker und Produzenten (unter anderem Saxon, Molly Hatchet, Rose Tattoo). „Dort wo wir einige Gitarrenparts brauchten, nahm er kurz entschlossen sein Instrument in die Hand und spielte darauf.“ Gemeint sind die Songs ´Modern Day God`, ´Steady Distorted` und das Remake des Holy Mother-Klassikers ´Never Say Die`. Doch nicht nur Franks Sologitarren sind auf Agoraphobia zu hören. „Als wir feststellten, dass in ´Modern Day God` noch ein Bass-Part benötigt wird, hat Herman auch den übernommen.“ Musikalisch knüpft Agoraphobia unüberhörbar an das 2000er Album My World War an, zeigt Holy Mother aber gleichzeitig von einer neuen, zeitgemäßen Seite. Tirelli bezeichnet das aktuelle Werk als „…eine modernere Variante des typischen Holy Mother-Sounds. Stilistisch klingt alles ein wenig progressiver, mit tiefer gestimmten Gitarren, wie es auch Bands á la Tool machen. Diese neuen Sounds verbinden wir mit traditionellen Gesangslinien im Stile von Dio oder Rob Halford zu einer hochexplosiven Mischung. Ich bin sehr stolz auf die Scheibe.“ Speziell in rhythmischer Hinsicht klingt Agoraphobia packender und griffiger als alle bisherigen Veröffentlichungen der Band. Mehr als jemals zuvor profitierte die Musik der amerikanischen Band von der großen Erfahrung Tirellis als Texter und Songschreiber. Sämtliche Stücke stammen aus der Feder des New Yorkers, der seit zehn Jahren fester Bestandteil der US Metalszene ist. „ In den vergangenen Jahren habe ich musikalisch sehr viel dazugelernt“, erklärt er. „Früher handelte ich ausgesprochen instinktiv, heute bin ich gebildeter, bewusster und dadurch ein besserer Musiker.“ Klingender Beweis für diese Aussage ist Agoraphobia, das neue Album seiner Band Holy Mother. Gegründet wurde die Gruppe im Jahre 1994 von Tirelli, Coven und Schlagzeuger Jim Harris (Ex- Dirty Looks). Bereits ein Jahr später veröffentlichten Holy Mother ihr selbstbetiteltes Debütalbum. Die Presse lobte das ambitionierte Werk, aus dem besonders der schneidige Gesang herausragte. Nach einigen Umbesetzungen änderte die Gruppe ihren Namen in NOW (Not Our World) und produzierte das stilistisch experimenteller ausgerichtete Werk Tabloid Crush. Doch schon wenig später kehrten die Musiker zu ihrem ursprünglichen Bandnamen zurück; 1998 produzierten Holy Mother das Album Toxic Rain. Es folgten Tourneen und eine Reihe großer Metal-Festivals in ganz Europa. Ein Jahr später stand das dritte Album Criminal Afterlife in den Plattengeschäften, gefolgt von My World War (2000), das die loyale Fangemeinde noch weiter vergrößerte. Anschließend folgte Tirelli der Bitte seines Managers Rainer Hänsel, das Debütalbum der deutschen Newcomer Messiah´s Kiss einzusingen und mit der Band auf Tournee zu gehen. Im Herbst 2002 tourten Messiah´s Kiss im Vorprogramm von Doro in ganz Europa. Den Schwung dieser Tour und die Energie, die Tirelli von Seiten des Publikums entgegenbrandete, hat er genutzt, um mit Agoraphobia nun auch seiner Band Holy Mother bei Steamhammer/SPV einen Einstand nach Maß zu bescheren.

