Dass es in der Schlagerbranche weniger um die Qualität eines Songs, als um Emotionen und Klischees geht, war ja schon länger bekannt. Dass man aber als Schlagersänger auch dann erfolgreich sein kann, wenn man Emotionen ironisch überspitzt und jedes Klischee bis an die Schmerzgrenze ausreizt, ist schon eine Überraschung. Mit einer alles bisher Bekannte überbietenden Ironie und dem mutigen Bekenntnis zur Hässlichkeit ist Guildo Horn in Deutschland zu einer Art Superstar geworden. 1998 hat Deu...
Dass es in der Schlagerbranche weniger um die Qualität eines Songs, als um Emotionen und Klischees geht, war ja schon länger bekannt. Dass man aber als Schlagersänger auch dann erfolgreich sein kann, wenn man Emotionen ironisch überspitzt und jedes Klischee bis an die Schmerzgrenze ausreizt, ist schon eine Überraschung. Mit einer alles bisher Bekannte überbietenden Ironie und dem mutigen Bekenntnis zur Hässlichkeit ist Guildo Horn in Deutschland zu einer Art Superstar geworden. 1998 hat Deutschland einen Mann zum Grand Prix d'Eurovision de la Chanson geschickt, der als Augenfarbe "rot" angibt und dessen Band "Die Orthopädischen Strümpfe" heißt. Da könnte man glatt zum Vaterlandsfreund werden. Am 15. Februar 1963 kommt Guildo in Trier zur Welt. Im zarten Alter von 29 Jahren setzt er im Kölner "Luxor" den Grundstein für seine Karriere. 2 Jahre tritt er dort allsonntäglich vor ausverkauftem Haus auf und bannt dabei sei Debüt "Rückkehr nach Mendocino" als Live-Mitschnitt auf Vinyl. 1994 tritt er zum ersten Mal in der ZDF-Hitparade auf und chartet damit von 0 auf Platz 3 der deutschen Charts. 1 Jahr später veröffentlicht er "Sternstunden der Zärtlichkeiten". 1996 möchte er mit "Lass das Wunder Liebe sein" zu gerne am Grand Prix teilnehmen, wird aber nicht zugelassen. Das veranlasst ihn, auf der folgenden Tournee einen "Kreuzzug der Zärtlichkeit" zu führen, dessen Höhepunkte die Gigs bei "Rock im Park" und "Rock am Ring" darstellen. 60.000 Fans grölen mit dem Meister "Ich find Schlager toll". Die Schlagerwelle läuft auf Hochtouren als Guildo 1997 "Danke" veröffentlicht, das von Schlager-Altmeister Michael Holm produziert wird. Die zunehmenden Erfolge qualifizieren ihn schließlich ein Jahr darauf, Deutschland endlich beim Grand Prix d'Eurovision de la Chanson zu vertreten. "Guildo hat euch lieb" ist seine Botschaft die beim entscheidenden internationalen Wettbewerb immerhin den siebten Platz erreicht. Kurz darauf wird "Danke" vergoldet und Käpt'n Horn reist von Preisverleihung zu Preisverleihung (goldenen Stimmgabel, Echo ... ). 1999 dreht er mit "Waschen, Schneiden, Legen" die obligatorische Komödie, die man auf dem Höhepunkt des Erfolgs halt dreht. Musikalisch geht es "Schön" weiter, obwohl der Schlagerhype schon mächtig am abklingen ist. Nach einer Weile der Medienabstinenz präsentiert Guildo 2002 das Shanty-Tribute "Der König der Möwen". 2002 Der König der Möwen 1999 Schön! 1997 Danke! 1995 Sternstunden der Zärtlichkeiten 1992 Rückkehr nach Mendocino

