In den 13 Jahren ihres Bestehens haben die GOO GOO DOLLS eine Menge stilistische Beschreibungen erlebt und überlebt. Von "leidenschaftlicher Post Punk mit stahlscharfen Hooks" bis zu "glitzernder Rock'n'Roll, der emotional und aufrichtig bleibt" war alles dabei. Sie spielten "Rowdy Rock mit straßengeschultem Songwriting" und erreichten das Level von "Arena Megastars, die energetische Popmelodien" schrieben. Das alles stimmt durchaus - mehr oder weniger. Der große Pluspunkt, den THE GOO GOO DO...
In den 13 Jahren ihres Bestehens haben die GOO GOO DOLLS eine Menge stilistische Beschreibungen erlebt und überlebt. Von "leidenschaftlicher Post Punk mit stahlscharfen Hooks" bis zu "glitzernder Rock'n'Roll, der emotional und aufrichtig bleibt" war alles dabei. Sie spielten "Rowdy Rock mit straßengeschultem Songwriting" und erreichten das Level von "Arena Megastars, die energetische Popmelodien" schrieben. Das alles stimmt durchaus - mehr oder weniger. Der große Pluspunkt, den THE GOO GOO DOLLS mit ins Spiel bringen, ist, dass für jeden etwas dabei ist. Und das, ohne dass die Band großartige Kompromisse oder Konzessionen an das Business eingehen müsste. Eine Tatsache, die auch Gutterflower, das siebte Album des Trios aus Buffalo, auszeichnet. "Ich glaube, wenn es zu den Songs auf Gutterflower einen roten Faden gibt, geht es darum, ehrlich zu sich selbst und den anderen sein können," sinniert John Rzeznik, Gitarrist, Sänger und Kopf der GOO GOO DOLLS. "Die Erfahrungen der letzten drei Jahre haben uns dazu gebracht, grundlegende menschliche Werte wie Freundschaft, Liebe und Loyalität wirklich schätzen zu können." Immerhin haben die Jungs seit ihrem Hit Iris aus dem Soundtrack City Of Angels eine Menge mitgemacht, ihr 1998er Album Dizzy Up The Girl verkaufte sich satte 6 Millionen Mal und sorgte für eine ganze Kette von Singles, die bis dato insgesamt ca. 1 Million Airplays in die Statistik einbringen. Dabei begann die Geschichte der GOO GOO DOLLS bereits 1985, damals noch unter dem Namen "Sex Maggots", als John Rzeznik den Bassisten Robby Takac und den Schlagzeuger George Tutuska zusammenrief. Ursprünglich waren sie eine reine Coverband, aber mit der Zeit fanden immer mehr eigene Songs den Weg ins Repertoire, so dass sie 1987 ihr erstes Album, sowohl bekannt unter dem Titel The Goo Goo Dolls als auch unter First Release, unter die Leute brachten. 1989 folgte Jed, das mit einen starken Powerpop- und klassischem Rock'n'Roll-Appeal ausgerüstet war, gefolgt vom 1990er College-Radio Durchbruch Hold Me Up. Dem Vorwurf, sich an den "Replacements" zu orientieren (wie könnte das ein Vorwurf sein?), begegneten THE GOO GOO DOLLS mit dem 93er Album Superstar Car Wash und der Lead-Single We Are The Normal, einem Song, den sie in Kooperation mit "Replacement"-Chef Paul Westerberg schrieben. Das Album erhielt viel Anerkennung, doch der kommerzielle Erfolg blieb zunächst aus. Das änderte sich mit A Boy Named Goo von 1995 und dem darauf befindlichen Song Name, der von einem L.A.-Rock Sender gepickt wurde. Wenig später wurde der Song als Single ausgekoppelt und ging in die Top-5, das Album meldete kurz darauf Platinstatus an. Kurz zuvor hatte Drummer Tutuska die Band verlassen und war durch den "Minor Threat"-Drummer Mike Malinin ersetzt worden. 1998 landete die Ballade Iris auf besagtem City Of Angels-Soundtrack und wurde ein bemerkenswerter Smash-Hit. Der Song schaffte es für fast ein Jahr in die Billboard-Airplay-Charts (davon 18 Wochen auf Platz 1) und wurde für drei Grammies nominiert - ohne dass Iris je als Single erschien! Noch im selben Jahr erschien Dizzy Up The Girl, das mit Black Balloon einen weiteren Grammy-Kandidaten mit sich brachte, und THE GOO GOO DOLLS begaben sich für die nächsten Monate auf Tour. Die 2001 erschienene Compilation Ego Opinion Art and Commerce überraschte dann viele Fans, denn auf dem Album befanden sich zwar jede Menge Raritäten aus der Zeit vor Iris, aber kein einziger Hit der GOO GOO DOLLS. Ein Zeichen für die Eigenwilligkeit und nicht zuletzt die Glaubwürdigkeit, die zum Markenzeichen der GOO GOO DOLLS gehören. An diesem Punkt stehen THE GOO GOO DOLLS heute. Nach wie vor bestimmt eine heitere, ungezwungene Vielfalt ihre Alben, seien es die melodische-kraftvollen Opener Big Machine und Think About Me, sei es die erste US-Single Here Is Gone, die balladenartige Züge trägt und durch eine herzergreifende Melodie überzeugt. Ein Kontrastprogramm, das Songs wie das schnelle Up, Up, Up und das melancholische It's Over hintereinander folgen lässt und insgesamt für einen abwechslungsreichen Genuss sorgt. Sympathisch folkig wird's dann bei Sympathy, rockig bei What Do You Need?. Nein, die Rockmusik haben THE GOO GOO DOLLS nicht neu erfunden, aber sie tun auch nicht so als ob und halten sich von jeder aufdringlichen Großmaul-Attitüde fern. Gutterflower setzt das Streben nach dem eigenen Weg offensichtlich fort. "Es gibt keinen Grund für uns, sich auf unseren Lorbeeren auszuruhen," so John. Ganz egal, mit welchem Erfolgsbackground wir an das Album gehen, für uns war es so, als würden wir unser erstes Album machen. Sicherlich lernt man durch die Erfahrungen, aber der einzige Weg, die Dinge frisch zu halten, besteht darin, das Potential und die Möglichkeiten der Musik lebendig zu halten. Das ist niemals eine Selbstverständlichkeit. Wir haben uns nie auf den Rockstar-Mythos eingelassen, denn am Ende steht immer die Musik. Für uns ist Erfolg ein guter Song." Die Aufnahmeprozedur begann im Herbst 2001, zusammen mit Producer Rob Cavallo, der auch schon hinter der herausragenden Produktion von Dizzy Up The Girl stand. Vier Monate dauerte die Aufnahmeprozedur, für die GOO GOO DOLLS eine ganz normale Zeitspanne. Gutterflower wurde mit hochwertigem Analog-Equipment in den legendären Capitol-Studios in Hollywood eingespielt - dort nahm Frank Sinatra bereits seine größten Erfolge auf. "Das Studio hatte echte Vibes," so John. "Ich habe sogar einen Memorial Tisch für Sinatra aufgebaut. Die Originalinstrumente, die wir benutzten, halfen uns, den Sound zu erreichen, den wir uns vorstellen. Man kämpft bei all der Digitaltechnik ja immer ein bißchen gegen Antiseptik." Dementsprechend lebendig wirkt dann auch Gutterflower, ein Album, auf das man sich verlassen kann von einer Band, der man vertrauen darf.

