Könnte eine Textzeile die Gefühlswelt der Fans besser umschreiben als die Anfangsworte von ´Terror Train`, einem der eindruckvollsten Songs auf dem neuen Demons & Wizard-Albums Touched By The Crimson King? „I´m awake, you better feed me now“ singt Sänger Hansi Kürsch und trifft damit den Nagel auf den Kopf: Jawohl, die internationale Metal-Gemeinde ist seit dem selbstbetitelten Demons & Wizards-Debüt im Jahr 2000 ununterbrochen hellwach und warten seither ungeduldig darauf, mit weiterem Song...
Könnte eine Textzeile die Gefühlswelt der Fans besser umschreiben als die Anfangsworte von ´Terror Train`, einem der eindruckvollsten Songs auf dem neuen Demons & Wizard-Albums Touched By The Crimson King? „I´m awake, you better feed me now“ singt Sänger Hansi Kürsch und trifft damit den Nagel auf den Kopf: Jawohl, die internationale Metal-Gemeinde ist seit dem selbstbetitelten Demons & Wizards-Debüt im Jahr 2000 ununterbrochen hellwach und warten seither ungeduldig darauf, mit weiterem Songmaterial gefüttert zu werden. Dass dies insgesamt fünf Jahre dauerte liegt in der Natur der Sache. Hansi Kürsch kümmert sich schließlich im Hauptberuf um seine Band Blind Guardian, Gitarrist Jon Schaffer hat in der Zwischenzeit mehrere Großprojekte seiner Stammformation Iced Earth angeschoben. Im vergangenen Winter nun fanden die beiden endlich wieder die Gelegenheit, das gesammelte Material aufzunehmen. „Der enge Terminplan von Iced Earth und Blind Guardian ist für Demons & Wizards logischerweise das größte Problem“, erklärt Kürsch. „Dass Jon und ich in künstlerischer Hinsicht auf einer Wellenlänge liegen, wissen wir bereits seit einigen Jahren. Für uns stellte sich nur die Frage, wann wir die Zeit für eine gemeinsame Studiosession finden würden.“ Weit mehr als zwei Jahre reiften die Ideen für Touched By The Crimson King. „Jon schickte mir ein Tape mit acht oder neun Songs als Instrumentalversionen, für die ich nach und nach die Gesangslinien entwickelte. Als ich sie ausgearbeitet hatte, machte ich mit Charlie Bauerfeind eine Art Vorproduktion und schickte sie zurück nach Amerika. Dort hatte Jon dann seinerseits ein halbes Jahr Zeit, dazu weitere eigene Ideen zu entwickeln. Im vergangenen Herbst trafen wir uns dann, schrieben gemeinsam drei weitere Stücke und gingen im Dezember 2004 ins Studio.“ Ort des Geschehens: Das ´Morrisound Studio` in Tampa, Florida, Geburtsstätte vieler wichtiger Rockscheiben der Musikgeschichte. Studiobetreiber Jim Morris fungierte dabei nicht nur – gemeinsam mit Kürsch und Schaffer – als Produzent, sondern spielte auf Touched By The Crimson King auch sämtliche Gitarrensoli. „Wir waren mit Jims Soli auf dem Debüt sehr zufrieden. Diese Pink Floyd´sche Spielweise passt perfekt zu den Stimmungen der Songs, deswegen wollten wir Jim unbedingt auch diesmal wieder dabei haben.“ Bei der Wahl des geeigneten Drummers entschieden sich Kürsch und Schaffer für Bobby Jarzombek, einem in vielen Iced Earth-Schlachten bewährten Schlagzeuger, dessen kraftvolles und akzentuiertes Drumming das Grundgerüst aller neuen Stücke darstellt. Für die Bass-Parts griffen Demons & Wizards dann tief in die Trickkiste: „Natürlich hätten Jon oder ich die Bass-Parts komplett selbst einspielen können, aber wir wollten jemanden mit einem old school-Stil, der den Songs einen ganz eigenen Farbtupfer gibt. Jim Morris schlug deshalb Rubin Drake vor, einen sehr erfahrenen Bassisten aus Florida. Ich muss sagen: Rubin war die beste Wahl.“ Das Resultat gibt der sorgfältigen Vorbereitung Recht. Touched By The Crimson King steht einerseits in der künstlerischen Tradition der beiden Protagonisten Kürsch und Schaffer und besitzt andererseits auch einen direkten Zusammenhang zum Demons & Wizards-Debüt. „Der rote Faden der beiden Scheiben ist sicherlich, dass die Songs im Vergleich zu Blind Guardian und Iced Earth simpler konstruiert sind“, charakterisiert Kürsch die Scheibe. „Außerdem sind die Stücke Akustikgitarren-lastiger. Man merkt, dass wir vollkommen unbefangen ans Songwriting herangegangen sind. Mir fällt als passendes Attribut sofort das englische Wort ´mellow` (= reif, saftig) ein, wenn ich die Stimmung der Stücke umschreiben soll. Schon bei dem Demons & Wizards-Debüt haben uns anschließend die Fans attestiert, dass die Musik eine Symbiose der beiden Kreativkräfte ist. Manche sagten sogar, es klinge teilweise wie frühe Blind Guardian und frühe Iced Earth. Ich denke, diese Umschreibung trifft auch auf Touched By The Crimson King zu. Der Gesamteindruck des Albums zeichnet sich durch eine gewisse Rohheit aus, verbunden mit vielen stimmungsvollen Atmosphären.“ Die eigentliche Grundidee zu Demons & Wizards datiert aus dem Frühjahr 1997. Kürsch und Schaffer, aufgrund gemeinsamer Tourneen ihrer Formationen Blind Guardian und Iced Earth seit Jahren eng miteinander befreundet, komponierten erstmals einen gemeinsamen Song (der sich übrigens unter dem Titel ´My Last Sunrise` auf dem Debütalbum wieder findet) und suchten anschließend nach einer Zeitspanne, in der beiden Musikern der notwendige Raum für die Realisation eines kompletten Albums zur Verfügung stand. Man einigte sich auf den Herbst 1998, einen Zeitpunkt also, an dem Blind Guardian gerade ihre Nightfall In Middle Earth-Tournee beendet hatten und Schaffer seinem Freund und Partner Kürsch bereits die ersten Songfragmente vorlegen konnte. Ab Juni 1999 schließlich startete die Produktion in Amerika. Nach Veröffentlichung des Debüts im Frühjahr 2000 spielten Demons & Wizards eine Reihe umjubelter Konzerte in Europa und nährten damit natürlich weitere Nachfragen nach zusätzlichen Shows. Ob und wann diese für Touched By The Crimson King stattfinden, steht zurzeit noch in den Sternen. Fakt ist: Wenn es der Terminkalender zulässt, wollen Demons & Wizards noch in diesem Jahr eine Handvoll Konzerte spielen. „Wir haben mal grob den kommenden Winter anvisiert, allerdings abhängig davon, wie sich die Shows mit den Studioterminen von Blind Guardian vereinbaren lassen. Wir wollen zwar auf jeden Fall auch wieder in Europa spielen, zunächst jedoch wird es Konzerte in Amerika gehen, da wir mit dem Debüt dort nicht gespielt haben.“ Doch keine Sorge: Die Begeisterung der europäischen Fans für Touched By The Crimson King wird die Verantwortlichen bei Demons & Wizards garantiert nicht eher in Ruhe lassen, bis auch hierzulande einige Konzerte bestätigt sind.
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