Die 6-Mann Crew traf sich vor einigen Jahren in einem Detroiter HipHop-Shop, einem Schuppen, in dem sich die örtlichen Emcees jeder Couleur trafen, und voller Hoffnung ein, zwei Strophen in der "Saturday open-mic sessions" ablieferten. Mit der Zeit hatten sich Gerüchte über den " The Ill White Boy " Eminem verbreitet - und schließlich hörte auch der stadtbekannte MC Proof von ihm. Die beiden trafen sich und respektierten sich aus dem Stand. "Ich erinnere mich, dass wir uns beide die gleichen...
Die 6-Mann Crew traf sich vor einigen Jahren in einem Detroiter HipHop-Shop, einem Schuppen, in dem sich die örtlichen Emcees jeder Couleur trafen, und voller Hoffnung ein, zwei Strophen in der "Saturday open-mic sessions" ablieferten. Mit der Zeit hatten sich Gerüchte über den " The Ill White Boy " Eminem verbreitet - und schließlich hörte auch der stadtbekannte MC Proof von ihm. Die beiden trafen sich und respektierten sich aus dem Stand. "Ich erinnere mich, dass wir uns beide die gleichen obskuren Lines zuwarfen", erinnert sich Proof. "Ab da wusste ich, dass er seine Hausaufgaben als MC gemacht hatte.“ Der nächste Schritt war das Sammeln aller guten, möglichst abgedrehten, Detroiter Rap-Kräfte. "Wir waren alle diese kleinen Rapper mit irren Ideen, so dass wir eine Gruppe gründeten, um als verrückteste Crew aller Zeiten zu gelten", so Proof. So wurde die Formation D12 geboren. Vom ersten Ton an legen Em und seine fünf Kumpane aus der Motor City rau, ungezügelt und wild los - ja, sie verdoppeln die Menge der Mitstreiter sogar noch, indem sie sich jeder einen Zweitnamen zulegen, schaffen so noch mehr heiße Energie. Als da wären: Denaun Porter aka Kon Artis, Big Proof aka Derty Hairy, Swift aka Swifty McVay, Kuniva aka Rondell Beene und Bizarre aka Peter S. Bizarre. Und natürlich Eminem aka Slim Shady. "Wir schlossen damals einen Pakt", sagt Eminem. "Wer immer von uns einen Vertrag ergattern sollte, würde den Rest nicht vergessen." Er selbst war natürlich derjenige, der mit seinem überwältigenden Soloerfolg den Weg für D12 ebnete. Und weil sich Loyalität nicht für zwei Dollar Fünfzig an der Strassenecke kaufen lässt wurde der Plan eines gemeinsamen Albums schon nach Em's zweitem Solo Album „The Marshall Mathers EP“ fest ins Auge gefasst. "Devils Night" war der Beweis für den intakten Gameplan des Teams. Eine Kostprobe gaben die Boys bereits mit "Under The Influence" aus der "Marshall Mathers LP". Dann gab's die volle Dosis mit der ersten offiziellen D12-Veröffentlichung "Shit On You" - böse, direkt und härter als vieles, was auf Eminem's Solo Alben seinen Weg an die Öffentlichkeit fand. Die Drogen Hymne „Purple Pills“ verstärkte diesen ersten Eindruck noch weiter: D12 waren sehr weit draußen unterwegs, ohne aber in der „interessant aber unverkäuflich“ Schublade zu landen. Sogar in deutschen Landen reichte es locker für die Top 10. Es folgte eine mehrjährige Phase des Tourens mit Eminem, Guest Appearances und der legendäre und hoch entertainende Beef mit Royce 5'9“. Nach drei Jahren Wahnsinn haben sich allerdings selbst die unkontrollierbarsten Weirdos des Planeten wieder im Studio eingefunden, um den Planeten in den Grundfesten zu erschüttern.. Mit „D12 World“, dem im April erscheinenden Zweitling, streben die dreckigen Sechs /Zwölf eine Erweiterung des Spektrums an. Natürlich geht es lauter, bunter, weiter, aber eben immer im Sinne der eigenen Fuck-It-Let's-Do-It Philosophie. „6 In The Morning“, das erste frische Lebenszeichen der Crew, rockt momentan so ziemlich jedes amerikanisches Mixtape in Grund und Boden. Der wirkliche Vielschichtigkeit des Albums eröffnet sich allerdings erst in der Zusammenarbeit mit dem ungekrönten Down South König Lil' Jon auf „Pull Your 40 Out“. Eine Süd Hymne aus dem Norden? Nur dann logisch, wenn man sich hauptsächlich von „seltenen“ Pilzen ernährt. Mit „American Psycho Part 2“ ist selbstverständlich auch ein Dr. Dre Banger auf „D12 World“ enthalten, Cypress Hill's lebende Bong B. Real an der Hook macht das Ganze noch interessanter. Der Track, der uns in den nächsten Monaten allerdings am meisten verfolgen wird ist „My Band“. Hier hat das D12 Team endlich einmal die Möglichkeit, sich darüber auszukotzen, dass alle immer nur auf Eminem fixiert sind. Eine Single, auf der sich Crew Mitglieder gegenseitig dissen? Der Wahnsinn kennt keine Grenzen, zumindest nicht in Detroit.

