Das kleine Örtchen Stockbridge (findet man nicht im Diercke) im gemütlichen Georgia beheimatet die Band Collective Soul. Nicht gerade eine traditionelle Südstaaten-Hillbillycombo, wie man vermuten möchte. Nein, eine Art amerikanischer Duran Duran der 70er Jahre. Gründungsvater Ed Roland hat Gitarre studiert, bis man ihn von der Uni warf und er mit seinem Bruder Dean eine Band gründen musste, um die Existenz zu sichern. Mit seinen schmusigen Lollipopsongs brachen die Jungs auch sofort die Herz...
Das kleine Örtchen Stockbridge (findet man nicht im Diercke) im gemütlichen Georgia beheimatet die Band Collective Soul. Nicht gerade eine traditionelle Südstaaten-Hillbillycombo, wie man vermuten möchte. Nein, eine Art amerikanischer Duran Duran der 70er Jahre. Gründungsvater Ed Roland hat Gitarre studiert, bis man ihn von der Uni warf und er mit seinem Bruder Dean eine Band gründen musste, um die Existenz zu sichern. Mit seinen schmusigen Lollipopsongs brachen die Jungs auch sofort die Herzen der Highschoolradio hörenden Teens bis runter nach Florida und heimsten danach gleich einen Majordeal bei Atlantic ein. Seit 1994 sind dort fünf Alben erschienen und die Fangemeinde der Collective Soul wächst stetig, was zumindest die Zahl der Bandfanseiten im Netz beweist. Ganze Webrings formieren sich da, meist von Farbenblinden programmiert. Man findet sogar Song-Discussionboards, eine Art von Literaturzirkel, wo die neuesten Lyrics von Ed Roland seziert und analysiert werden. Was nicht nötig wäre, denn so mysteriös oder bildschwanger sind die gar nicht und lassen wenig Interpretation zu. Aber die Amis erkennen sich darin wieder und die Jungs sind zudem wirklich zum Knuddeln. Die sehen aus, als wollten sie unbedingt mal mit Teddybären und Mädchenslips Größe 176 beworfen werden. Und so spielen sie auch: Schmalz und Tran versprühen sie. Wer vergisst, seine Wunderkerzen zum Collective Soul Konzert mitzunehmen, wird sofort mit Mashmallow-Creme eingeschmiert und gefedert oder an brennende Barbiepuppen genagelt. Gleichermaßen findet man aber auch experimentelle und rockige Ansätze und eine Menge Talent für hitverdächtiges Songwriting. Orchestrierter Folkrockgrungepop in Dauerballaden-Stimmlage. Aber die neue Hoffnung am amerikanischen Alternativrockhorizont ist nicht in Sicht. Musik, die man am besten bei einer Bachelor-Party mit einem Schuss Erdbeer-Waldmeister-Bowle runterspült. 2001 Blender 1999 Dosage 1997 Disciplined Breakdown 1995 Collective Soul 1994 Hints, Allegations, And Things Left Unsaid

