Bands kommen und gehen, oft genug mit den dazugehörigen Modeerscheinungen. Immer dann aber wenn diese sich totlaufen, trennt sich im musikalischen Bereich die Spreu vom Weizen. Ein Überlebender ihres Genres sind Bush. Die Band gründete sich 1992 in London, als Grunge im Zenith seiner Schaffenskraft und Wirkung stand. Seit diesem Zeitpunkt haben Bush weder Schwund noch strukturelle Änderungen im LineUp verzeichnen müssen. Gavin Rossdale (git/voc), Robin Goodridge (dr), Nigel Pulsford (git) un...
Bands kommen und gehen, oft genug mit den dazugehörigen Modeerscheinungen. Immer dann aber wenn diese sich totlaufen, trennt sich im musikalischen Bereich die Spreu vom Weizen. Ein Überlebender ihres Genres sind Bush. Die Band gründete sich 1992 in London, als Grunge im Zenith seiner Schaffenskraft und Wirkung stand. Seit diesem Zeitpunkt haben Bush weder Schwund noch strukturelle Änderungen im LineUp verzeichnen müssen. Gavin Rossdale (git/voc), Robin Goodridge (dr), Nigel Pulsford (git) und Dave Parson (bs) - dieses Quartett hat sich bewährt. Vom ersten Album weg haben sie ihren Sound gefunden und diesen über drei Alben hinweg konservieren können. Künstliche Konservierungsstoffe waren dazu nicht notwendig, mehr als 15 Millionen verkaufte Einheiten bestätigten sie, auch auf "The Science Of Things" damit fort zu fahren. Zwei Jahre nach Bandgründung veröffentlichten sie das Debüt "Sixteen Stone" beim unbekannten Label Trauma Records in London. Aufmerksamkeit erlangte der Grunge-Kracher aber zuerst in den USA. Los Angeles' wichtigste Rock-Radiostation, KROQ, nudelte die Single "Everything Zen" rauf und runter und bewies damit einen guten Riecher. Der Name Bush setzte sich in den Köpfen der Fans fest und die rangen der Band eine 18-monatige Tour mit nahezu 300 Gigs ab. Musikalischer Kopf der Band ist Gavin Rossdale. Der charismatische Live-Performer schrieb auch zum aktuellen Album "The Science Of Things" sämtliche Songs im Alleingang - nur die Auswahl fürs Album wurden von den anderen abgesegnet. Er selber sieht sich als einer der wenigen echten Rockstars und hat, seinem Image gebührend, nie etwas gegen die Gesellschaft interessanter Frauen. So shäkerte er beispielsweise schon mit Shirley Manson (Garbage) und Courtney Love herum und teilt sich derzeit bevorzugt mit Gwen Stefani von No Doubt das Bett. Ob großer Rockstar oder nicht - Bush sind immer ein Album wert. Das dachten sich nicht nur Tricky, Goldie, die Dub Pistols und andere Künstler, die 1997 aus Bush-Songs das Remixalbum "Deconstructed" formten. Das dachten sich auch die Herren ihrer Plattenfirma. Denn vor "The Science Of Things" forderte das Quartett erstmals nach der Vertragsunterzeichnung 1992 verbesserte Bedingungen. Und das Album wäre fast nicht zustande gekommen. Doch glücklicherweise konnte man sich doch noch gütlich einigen, wie die bewährte Floskel dann lautete. Doch der vermehrte Einsatz elektronischer Elemente in ihrer Musik stieß bei den Fans nur bedingt auf Begeisterung und so blieb "The Science Of Things" hinter den Erwartungen zurück. 2001 haben sich Bush wieder ihrer alten Stärken erinnert. "Golden State" - dessen Cover wegen der Anschläge vom 11. September geändert wurde - rockt kräftig und geradlinig geradeaus, ohne Kompromisse einzugehen. Anfang 2002 nimmt sich Pulsford trotzdem eine Auszeit. Statt zu touren, bleibt er lieber Zuhause bei seinem neugeborenen Sohn. Ex-Helmet-Klampfer Chris Traynor übernimmt derweil seinen Platz. Ende Mai steigt Pulsford, der angeblich an einer Soloplatte arbeitet, dann endgültig aus. "Ich glaube, er war in seinen letzten Monaten bei Bush ziemlich unglücklich. Es gab aber nie ein böses Wort, geschweige denn irgendwelche andere Differenzen", kommentiert Band-Chef Rossdale den Verlust des Gründungsmitglieds. 2001 Golden State 1999 The Science Of Things 1996 Razorblade Suitcase 1994 Sixteen Stone

