In den 80er und frühen 90er Jahren sorgten australische Rock-, Garagen- und Punkbands international für mächtig viel Wirbel. Dann kam Grunge aus Seattle, gefolgt von Kaliforniens zweiter Punk-Welle, Crossover und Nu-Metal. Alle Welt blickte plötzlich nur noch wie gebannt nach Nordamerika. Down Under geriet zwar nicht vollends in Vergessenheit, aber von jungen Talenten hörte man in Europa zuletzt herzlich wenig. Doch jetzt fordern sie vehement Gehör, die Nachfolger solch legendärer Formatione...
In den 80er und frühen 90er Jahren sorgten australische Rock-, Garagen- und Punkbands international für mächtig viel Wirbel. Dann kam Grunge aus Seattle, gefolgt von Kaliforniens zweiter Punk-Welle, Crossover und Nu-Metal. Alle Welt blickte plötzlich nur noch wie gebannt nach Nordamerika. Down Under geriet zwar nicht vollends in Vergessenheit, aber von jungen Talenten hörte man in Europa zuletzt herzlich wenig. Doch jetzt fordern sie vehement Gehör, die Nachfolger solch legendärer Formationen wie Saints, Radio Birdman, Scientists, Hard Ons und Cosmic Psychos. Nachdem The Vines bereits Rock- und Garagen-Freunde restlos überzeugen konnten, The Living End mit ihrem Mix aus US-Rock'n'Roll und Brit-Punk nicht nur die Toten Hosen begeisterten, kommt nun die potenzielle Lieblingsband für alle, die euphorisierenden Punkrock mit hymnischen Melodien, herzhaften Power-Riffs und intelligenten Texten zu schätzen wissen: Bodyjar aus Melbourne. "Plastic Skies" heißt das Album, mit dem das quirlige Quartett hierzulande seinen Einstand gibt, ein 35-minütiges Kraftpaket, geschnürt aus ungezügelter Energie, überschäumender Spielfreude, heißspornigen Gitarrenattacken und hymnischen Singalongs. Von mitreißenden Highspeed-Nummern ("Is It A Lie", "One In A Million", "Feeling Better") über unwiderstehliche Powerpop-Perlen wie "Emmaline", "Underwater" und "Too Drunk To Drive" - ein Duett mit Adalita von Magic Dirt - bis zum überraschend verträumten Ausklang "Dry Gin" präsentieren Bodyjar eine rundum gelungene Songkollektion, die keinen Vergleich mit ihren legendären Vorbildern zu scheuen braucht. "Wir haben auf der Highschool alle ähnliche Musik gehört: The Descendents, All, The Ramones und die Hard Ons", erzählt Cameron Baines, der Bodyjar 1994 zusammen mit Grant Relf (Bass) und Ben Peterson (Gitarre) nach der Auflösung ihrer ersten Band, Helium, ins Leben rief - Drummer Ross Hetherington stieg kurze Zeit später ein. Den Anstoß, eine Band zu gründen, verdankt der 28-jährige Sänger und Gitarrist indes einer anderen Formation. "Nursery Crimes spielten diesen Shit zu einer Zeit, als sonst niemand sich an melodischem Punkrock versuchte. Als ich sie zum ersten Mal live gesehen haben, dachte ich nur, dass ist die Musik, die ich auch machen will." Heute ist Nursery Crimes' Frontmann Phil Rose als Co-Autor aller Songs des neuen Albums fast das fünfte Mitglied der Band. Bodyjars Debütalbum "Take A Look Inside" erschien 1995 und wurde im Fahrwasser des Erfolgs von Green Day und The Offspring von diversen Independentlabels in Übersee lizensiert. Es folgten Konzerte in Europa, Kanada und Japan mit No Fun At All und eine Australientournee mit Pennywise und Blink 182. 1996 veröffentlichte die Band ihren zweiten Longplayer "Rimshot!". Album Nr. 3 "No Touch Red" (1998) entstand in nur zwölf Tagen in einem Studio in Montreal. Für den Mix in Colorado zeichnete Bill Stevenson (All, Descendents) verantwortlich. Bodyjar erwärmten das Publikum beim "Snow Jam" in Kanada, füllten das CBGB's in New York, gastierten beim Warped-Festival und teilten sich australische Bühnen mit den Beastie Boys, Sonic Youth und Beck. Nichts schien die Band aufhalten zu können. Doch dann verkündete Gitarrist Ben Peterson 1998 seinen Ausstieg. "Das war wirklich schmerzhaft", bekennt Cameron. "Aber da wir gerade erst ein Demo mit den besten acht Songs unserer bisherigen Laufbahn aufgenommen hatten, entschlossen wir uns, weiterzumachen." Einen neuen Gitarristen, Tom Read (Ex-180 Discord), fanden sie indes erst im Mai 1999. "Tom hat uns den längst überfälligen Tritt in den Hintern verpasst", gesteht Ross Hetherington. "Seitdem er dabei ist, geht es rasant voran." Ende 1999 unterzeichneten Bodyjar bei EMI und produzierten zusammen mit Rock-Veteran Tom Lord Alge (Steve Winwood, Tracy Bonham), Kevin "Caveman" Shirley (Dubrovniks, Silverchair, Aerosmith) und Kalju Tonuma (28 Days, Screaming Jets, iNsuRge) ihr viertes Album "How It Works", das der Band in Australien fast ihre erste Gold-Trophäe bescherte. Diese Marke wird das fünfte Album "Plastic Skies" locker überflügeln. Und auch bei uns dürften Bodyjar damit richtig durchstarten. Produziert von Kalju Tonuma und aufgenommen in einem Strandhaus in Aireys Inlet, zwei Autostunden von Melbourne entfernt, genau in jenem Haus, das "Mad Max" in dem gleichnamigen Kultfilm bewohnte, offeriert "Plastic Skies" Power-Punkpop der Spitzenklasse. "Es ist einfach das beste Album, das wir je gemacht haben", erklärt Cam Baines selbstbewusst. "Ich weiß zwar, dass das jede Band von ihrem neuestes Werk behauptet, aber ich glaube das wirklich. Es ist abwechslungsreicher als die Vorgänger, mutiger, härter und entspricht mehr als je zuvor unserem Live-Sound."

