Der Name ist Programm. Keinen Millimeter würden die Alternative Allstars von der Behauptung abrücken, dass ihr neues Album 110% Rock die radikale Antithese zur leidigen ´Deutschland sucht den Superstar`-Seifenoper darstellt. Denn im Gegensatz zu den heutigen Pop-Produktionen gecasteter Newcomer ist auf diesem Album jeder Ton real, die gesamte Musik selbst komponiert, jeder Song selbst arrangiert, alle Instrumente selbst gespielt. Das gesamte Album wurde im Bandeigenen „Upstairs Studio“ komp...
Der Name ist Programm. Keinen Millimeter würden die Alternative Allstars von der Behauptung abrücken, dass ihr neues Album 110% Rock die radikale Antithese zur leidigen ´Deutschland sucht den Superstar`-Seifenoper darstellt. Denn im Gegensatz zu den heutigen Pop-Produktionen gecasteter Newcomer ist auf diesem Album jeder Ton real, die gesamte Musik selbst komponiert, jeder Song selbst arrangiert, alle Instrumente selbst gespielt. Das gesamte Album wurde im Bandeigenen „Upstairs Studio“ komplett selbst produziert, jedes Mikrophon eigenhändig aufgestellt, jedes Band selbst eingelegt! Midi-Schnittstellen sucht man hier vergeblich, der Ton kommt durchs Spiralkabel mit Klinkenbuchsen, getrieben von einem riesigen Sammelsurium alter Vintage-Instrumente und -Verstärker. Damit ist diese Band zweifelsfrei auf der Höhe des Zeitgeistes, wie die jüngsten internationalen Erfolge von The Strokes, White Stripes und ähnlichen Formationen beweisen. Kein Retro, kein Patina, sondern Rockmusik pur, lebendig und aktuell. Eben 110% Rock made by Alternative Allstars. Die Macher wissen was sie wollen. Und sie kennen aus eigenen Erfahrungen ihre Stärken. Claus Grabke ist beileibe kein Unbekannter in der deutschen Rockszene. Mit seiner Band Thumb hat er mittlerweile drei umjubelte Alben veröffentlicht, dazugehörende weltweite Tourneen mit eingeschlossen. Thumb waren die erste deutsche Band, die auf der Warped-Tour in den USA gespielt hat, dazu kommen Dynamo-Mainstage nach Limp Bizkit (!!), Roskilde, Reading Festival, Pukkelpop, Rock am Ring, Rock im Park, Bizzarre und hunderte eigener Gigs in ganz Europa. Noch erfolgreicher ist er als Skateboarder, ein Sport, den Grabke seit jeher auf höchstem Niveau betreibt. Er ist 19facher deutscher Meister, 2maliger Europameister, hat 25 Mal den Europacup gewonnen, konnte 4 Mal den Monster Mastership für sich entscheiden und landete bei zwei Weltmeisterschaften auf Rang 6. Darüber hinaus ist er der Begründer des größten Skateboardmagazin Europas, dem „Monster Skateboard Magazin“, und war jahrelang als Korrespondent und Photograph für die beiden weltweit größten Skateboardmagazine „Thrasher“ und „Transworld-Skateboarding“ tätig. Er hat mit „Titus Skates“, „Powell Peralta“ und „Santa Cruz“ seine eigenen Signature-Boards entwickelt und für die Firma ´Homeboy` Modedesign entworfen. Ein Multitalent, das von sich sagt: „Wenn ich mein Leben betrachte, wenn ich meinen Plattenschrank und meine Garderobe so anschaue, dann sehe ich, dass Rockmusik mich mein Leben lang geprägt hat. Dieses Album, speziell der Titeltrack, ist deshalb eine Hommage an den Rock an sich ... frei von Reglementierung von außen ...meine Version von Rock and Roll ... und zwar 110% davon!“ Ihm zur Seite stehen Bassist Mark Wiechert, den Grabke in der Skateboarder-Szene kennen gelernt hat und der bis dahin als Musiker in allen möglichen Bands von Hardcore bis experimentell spielte. Neu in der Band ist Schlagzeuger Sven Pollkötter. Obwohl auf 110% Rock nur in einem Song zu hören gehört er fest zum Line Up und wird mit der Band zukünftig auch alle Konzerte spielen. Vor Pollkötters Einstieg während der laufenden Produktion trommelten Gary Lincoln, der aus privaten Gründen zurück nach England ging, und Steffen Wilmking (Thumb-Trommler), der schließlich dem Angebot der H-Blocks folgte. Sven Pollkötter allerdings, nebenbei auch im Symphonieorchester seiner Heimatstadt Detmold unter Vertrag, hat mit nur einer Performance zeigen können, dass ihm in jeder Hinsicht die Zukunft bei den Alternative Allstars gehört. Es hat gute Gründe, dass sich gleich drei Schlagzeuger die Drumparts teilten: Die Produktion zu 110% Rock erstreckte sich über zwei Jahre. Ursachen dafür gibt es diverse, die wichtigste von ihnen ist der Ausbau des eigenen ´Upstairs`-Studios, das Grabke & Co. aus den Erlösen des Alternative Allstars-Debüt Rock On realisierten. Schon früher zeigte Grabke seine Talente auch als Produzent, jetzt kann er dies in seinem eigenen Räumen tun. Mit Erfolg, wie 110% Rock eindrucksvoll zeigt. In den zwei Jahren entstanden an die 35 Songs, aus denen man die besten und repräsentativsten zu diesem Album zusammenfasste. Im Vergleich zum eher experimentellen, weil für Grabke ungewohnt poppigen Erstwerk Rock On sind die neuen Songs spürbar rauer, frecher, krachiger. Es ist ein Gitarrenalbum, eines mit klarer Linie, straight forward gespielt, mit ballernden Drums, dröhnende Gitarren und größtmöglicher Spielfreude. Geschliffen oder poliert wurde hier nichts, die schroffe Bühnenmagie dieser Band wurde eins zu eins ins Studio übertragen. Das zeigt sich schon im Titeltrack, das unverhohlen mit der Glamrock-Epoche flirtet und Stadionchöre wie in den Achtzigern zitiert. Übrigens aufgenommen mit allen Musikern und einer dem Studio benachbarten Landwirtsfamilie, die auf dem Acker stehend Wembley, Grugahalle, Westfalenstadion nachempfanden. Ähnliches gilt für ´I Get Around`, ein Duett zwischen Grabke und Donots-Sänger Ingo Knollmann. Beide verbindet die gleiche skeptische Haltung gegenüber den Machenschaften der Medien, die Popmusik zur Fast-Food-Soße ohne jeglichen künstlerischen Nährwert verkommen lässt. Nicht von ungefähr kulminiert der Text in der Zeile: „I like music but not what you turned it into.“ Auch hier wurde die Authentizität der Studioproduktion zur obersten Maxime erklärt. Grabke und Knollmann standen sich bei den Gesangsaufnahmen in der gleichen Studiokabine gegenüber und peitschten sich gegenseitig an. Ihre Späße, die Kommentare und Anfeuerungen wurden anschließend nicht gelöscht, sondern sind Teil des Stückes geblieben. Ein weiteres Duett realisierte Grabke mit Ron von 4Lyn in ´Falling From Grace`. Ein Midtempo-Song, drückend, kraftvoll, Glam meets Rock´n`Roll! Dass Grabkes Sohn Fynn in ´Totally Wrong` zu hören ist, hängt mit dem Handling eines Vocoders zusammen, der zu zweit leichter zu bedienen war. Noch einmal: Ach hier wurde nichts retuschiert. Dennoch wird es zwischendurch auch mal kurz poppig: ´Rubberball`, die erste Single, ist radiotauglich im klassischen Sinne, aber gleichzeitig irgendwie dreist und kompromisslos. Das Album endet mit ´Emotions`, der ruhigste Nummer auf 110% Rock und „zu schön, um sie weg zu lassen“ (Grabke). Zwei Dinge, die zum Schluss noch erwähnt werden müssen. Erstens: Dieses Album ist das Resultat einer allumfassenden Bühnenerfahrung. Die Alternative Allstars spielten überall, mit Bad Religion, Sick Of It All und Oasis, auf der Stadiontour von Bon Jovi und mit den Ärzten, bei Rock am Ring ebenso wie Rock im Park, bei den Hardpop Days genauso wie auf dem Bizarre Festival, das alles nicht nur in Deutschland sondern auch im europäischen Ausland. Das prägt! Zweitens: Schau dir das Cover-Artwork an! Was siehst du? Eine Gibson ES 335, einen Vox-Verstärker, ein Kabel. Braucht man mehr, um ehrliche Rockmusik zu machen? Dies Cover steht stellvertretend für das Konzept des Albums, das für Grabke und seine beiden Mitstreiter schon nach dem ersten Song feststand, der für die Scheibe komponiert wurde: 110% Rock. Ich weiß, wir wiederholen uns. Deshalb: Wer jetzt noch immer nicht genug Informationen hat, darf sich gerne via Internet weiterbilden, beispielsweise auf www.upstairs-studio.de oder www.alternative-allstars.de. Er könnte allerdings auch einfach das neue Album kaufen, das nun wirklich keine Fragen offen lässt. Oder er macht beides….
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